Finanzierung 04.08.2015, 10:40 Uhr

Start-up Tandemploy: Geld aus München

Das Berliner Start-up Tandemploy findet in der Münchner Unternehmerin Alexandra Schörghuber eine weitere Investorin und schließt die zweite Finanzierungsrunde ab.
Jana Tepe (li) und Anna Kaiser haben Tandemploy gegründet und gerade die zweite Finanzierung eingeworben.
(Quelle: Christian Stumpp)
Die Münchner Unternehmerin Alexandra Schörghuber hat sich mit ihrer Beteiligungsgesellschaft Blue Lion an Tandemploy beteiligt. Wie hoch die zweite Finanzierungsrunde für das Berliner Start-up ausfiel, wurde nicht veröffentlicht. "Wir haben Alexandra Schörghuber direkt angesprochen, weil sie sich für eine humane Unternehmenskultur einsetzt, aber auch an neuen Arbeitsformen interessiert ist“, sagt Mitgründerin Jana Tepe. Mit dem frischen Geld will das Unternehmen weiterwachsen: personell und auf neue Märkte.
Tandemploy wurde 2013 von Tepe und Anna Kaiser gegründet und bringt online Menschen zusammen, die ihre Arbeitsstelle mit anderen teilen möchten. "Interessenten füllen online einen Fragebogen zu ihren Kenntnissen und Berufswünschen aus, wir vermitteln dann passende Pendants", erklärt Tepe. "Finden sich Bewerber zu Tandems zusammen, können sie bei uns ihre Profile neuerdings zu einem Tandem-Profil verschmelzen lassen." Die Jobsharer gehen gemeinsam auf Arbeitssuche und bewerben sich zusammen bei Unternehmen. Diesen bietet Tandemploy Möglichkeiten, sich in einem neuen Umfeld und auf einer innovativen Plattform zu präsentieren.

Geschäftsmodell Jahresbeiträge

"Wir vermitteln keine Tandems an Unternehmen", stellt Tepe klar. "Unternehmen können bei uns ihre freien Stellen an neue Zielgruppen adressieren, Jobs mit Tandems besetzen oder aber Sharing-Partner für Mitarbeiter suchen, die mehr Freiräume brauchen." Für Online-Stellenausschreibungen sowie für Beratungs und andere Services - Tandemploy vermittelt beispielsweise Coaches - bezahlen Unternehmen Jahresbeiträge an das Start-up. Diese werden nach der Zahl der Mitarbeiter und nach dem Serviceumfang berechnet und starten für mittelständische Unternehmen bei rund 1300 Euro im Jahr.
Knapp zwei Jahre nach dem Start beschäftigt Tandemploy sechs Mitarbeiter und kooperieren 40 Unternehmen mit dem Start-up; auf dem Portal haben sich 3.000 Jobsharer registriert. Job Sharing gilt als eines der Zukunftsthemen in der Arbeitswelt. Eine Stelle mit anderen teilen - das wollen längst nicht mehr nur Frauen und Mütter. Auch die Digital Natives fordern inzwischen mehr Flexibilität von ihren Arbeitgebern, weil sie sich neben dem Beruf für eigene Projekte engagieren wollen. Job Sharing wird außerdem als eine Strategie genutzt, den Ausstieg aus dem Berufsleben vorzubereiten. Unternehmen profitieren davon, dass Job-Sharer neben den geforderten Kompetenzen mehr Wissen und Erfahrungen ins Unternehmen bringen und meist deutlich loyaler gegenüber ihren Arbeitgebern sind.

Im weltweiten Vergleich drohen deutsche Start-ups oft unterzugehen. Aber es gibt deutsche Unternehmen, die in den nächsten Jahren ziemlich erfolgreich werden könnten.


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