Deliveroo, Foodora und Co. 05.01.2017, 09:45 Uhr

Der Boom der Essens-Lieferdienste

Essenslieferdienste wie Foodora oder Deliveroo erhalten immer mehr Zuspruch von den Nutzern. Das Geschäftsmodell scheint sowohl für die Anbieter als auch für Gastronomen aufzugehen. Doch das Wachstum bringt auch Sorgen mit sich.
(Quelle: Shutterstock.com/www.hollandfoto.net)
An der Ampel sieht man sie, an der Haustür und am Restaurant-Tresen - die Fahrradkuriere der neuen Essenslieferdienste. Ihre würfelförmigen Rucksäcke und ihre Outfits in Knallfarben prägen mehr und mehr das Straßenbild in Deutschlands Großstädten. Sie bringen per App bestelltes Essen von Restaurants zu Kunden, im Auftrag der beiden großen Anbieter in Deutschland: Foodora - pinke Kleidung - und Deliveroo - hellblaue Kleidung.

Das Geschäftsmodell der beiden Bringdienste: die gesamte Bestell-Logistik für Restaurants übernehmen. Das geht von der digitalen Speisekarte über den Auftragseingang per App bis zur Auslieferung innerhalb von 30 Minuten, so das Versprechen. Dafür berechnen die Dienste pro ausgeliefertem Gericht eine Provision. Nach Angaben aus verschiedenen Restaurants liegt sie bei rund 30 Prozent.

Der Lieferdienst Foodora

Bislang scheint das Konzept aufzugehen: Foodora verdoppelte nach eigenen Angaben das Auftragsvolumen zwischen April 2015 und April 2016 alle zwei Monate. Der Service startete vor gut zwei Jahren und hat rund 2.200 Restaurants in 19 deutschen Städten im Portfolio.
Der in Großbritannien gegründete Konkurrent Deliveroo ging im April 2015 an den Start und arbeitet in Deutschland mit mehr als 2.000 Restaurants in sechs Städten zusammen. Nach Unternehmensangaben steigt die Zahl der Bestellungen um rund 20 Prozent pro Monat.

Rechnung geht für Gastronomen auf

Und die Rechnung geht auch für viele Gastronomen auf: Rund 1.000 Euro Extra-Umsatz pro Monat verbucht zum Beispiel Sebastian Hunold, Inhaber einer kleinen Pizzeria in Berlin-Kreuzberg. Felix Chrobog, Deliveroo-Geschäftsführer in Deutschland sagt: "Viele Restaurants erhöhen ihren Umsatz durch uns um 20 bis 30 Prozent."
Eine Situation, von der alle profitieren, könnte man meinen: faule Hungrige, die ihr Lieblingsessen an die Haustür gebracht bekommen, Restaurants, die neue Zielgruppen erschließen, ohne sich den Stress mit der eigenen Lieferflotte anzutun, und die jungen Start-ups selbst.




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