E-Commerce-Riese 10.12.2015, 12:45 Uhr

Ver.di zeigt das "Amazon-Imperium"

Das angespannte Verhältnis zwischen Amazon und Ver.di macht regelmäßig Schlagzeilen. Jetzt hat die Gewerkschaft ein Video über den Online-Riesen gedreht, das dessen Übermacht demonstrieren soll.
Ver.di zeigt Amazon-Chef Bezos als Piraten-Kapitän
(Quelle: Screenshot/Youtube.com)
"Gnadenlose Geschäftspolitik", "Klima der Angst", "Besessen vom stetig wachsenden Reichtum": Das Video mit dem Titel "Das Amazon-Imperium" spart nicht an dramatischer Sprache und ist mit  entsprechend dramatischer Musik unterlegt. Der Film zeigt die beispiellose Entwicklung des E-Commerce-Riesen Amazon von der Gründung im Jahr 1994 bis heute.
Urheber des Videos ist die Gewerkschaft Ver.di, die in Deutschland seit Jahren im Clinch mit Amazon liegt. Dass man hier keinen objektiven Bericht über den Online-Händler erwarten darf, ist insoweit klar. Dennoch werden viele interessante Fakten zu dem Unternehmen und seinem Gründer Jeff Bezos zusammengetragen.
Zum Beispiel zur atemberaubenden Umsatzentwicklung, welche Konkurrenten das Unternehmen seit seiner Gründung geschluckt hat oder dass Bezos seine Firma ursprünglich "Relentless", auf Deutsch "Gnadenlos", nennen wollte. Wer relentless.com in seinen Browser eingibt, landet tatsächlich bei Amazon. Und so sieht man den Firmenchef als "Captain Gnadenlos" auf einem Piratenschiff durch den Amazonas segeln.
Die Gewerkschaft stört sich vor allem daran, dass Amazon keine Tarifverträge gemäß der Konditionen des Einzel- und Versandhandels in seinen deutschen Standorten zulässt. Seit Mai 2013 ruft Verdi deshalb regelmäßig zu Streiks auf, gerne auch zum Start des umsatzträchtigen Weihnachtsgeschäfts und will sich damit "gegen die ungerechten Arbeitsbedingungen" zur Wehr setzen.
Amazon weigert sich bislang allerdings hartnäckig, die Forderungen umzusetzen und will sich bei der Bezahlung weiterhin an den in der Logistik-Branche üblichen Konditionen orientieren. Als Erfolg verbucht die Gewerkschaft immerhin, dass sie Betriebsräte an allen deutschen Amazon-Standorten durchgesetzt hat.

Weltweit 270 Millionen Verbraucher sind bei Amazon registriert. In Deutschland besuchten im Oktober 2014 knapp 25 Millionen Nutzer den Marktplatz. Wie mächtig der Konzern ist, zeigen Statistiken.




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