Neues Steuersystem 26.05.2015, 12:00 Uhr

Amazon versteuert Gewinne in Deutschland

Was in Deutschland erwirtschaftet wird, wird nun auch in Deutschland abgerechnet: Amazon verbucht seine Verkäufe hierzulande. Und bald vielleicht auch neue Einnahmen aus einem "Handmade"-Marktplatz?
Amazon in Pforzheim
(Quelle: shutterstock.com/Frank Gaertner)
Steuer-Umstellung bei Amazon: Der Internetmarktplatz verbucht seit 1. Mai 2015 seine in Deutschland abgewickelten Verkäufe auch über die deutsche Steuer. Die Steueränderung, so ein Firmensprecher gegenüber der Süddeutschen Zeitung, sei eine Entscheidung des Unternehmens, die Kunden so besser bedienen zu können.
Welche Wirkungen die neue Steuerpraxis des Megaunternehmens haben wird, ist noch nicht abzusehen: Amazon kalkuliert seine Preise extrem scharf und investiert Gewinne in den weiteren Ausbau seines Unternehmens. Die Erträge sind daher in der Regel relativ schmal. Bisher hatte Amazon die deutschen Verkäufe über sein Europa-Unternehmen in Luxemburg verbucht.
Gleichzeitig macht der Internethändler jetzt einen Schritt in Richtung eines neuen Marktplatzes. Nach Informationen des Wall Street Journals soll das Unternehmen die Einführung eines Marktplatzes für handgemachte Artikel erwägen. Dazu sei Amazon bereits an Verkäufer auf dem Handmade-Portal Etsy herangetreten und habe ihnen Einladungen zu einem entsprechenden Marktplatz geschickt. Genauere Details über einen Selbstmach-Marktplatz bei Amazon wie beispielsweise die Kommissionsstruktur oder den Start gibt es jedoch noch nicht. Etsy ist derweil an der Börse gestartet.

Weltweit 270 Millionen Verbraucher sind bei Amazon registriert. In Deutschland besuchten im Oktober 2014 knapp 25 Millionen Nutzer den Marktplatz. Wie mächtig der Konzern ist, zeigen Statistiken.

Noch können Menschen besser picken als Maschinen. Das könnte sich aber bald ändern. Amazon etwa möchte mit der Amazon Picking Challenge die Lageroptimierung vorantreiben.

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