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Microsoft-Deal bringt Yahoo 500 Millionen US-Dollar im Jahr

Jetzt ist es offiziell: Microsoft bindet seine neue Suchmaschine bing auf allen Yahoo-Seiten ein. Yahoo übernimmt den weltweiten Vertrieb der Textanzeigen für beide Unternehmen und erwartet durch den Deal ein Umsatzplus von jährlich 500 Millionen US-Dollar. Der Vertrag läuft über zehn Jahre.

Auf einer neu eingerichteten Microsite nennen Microsoft und Yahoo weitere Details:

  • bing ist die exklusive algorithmische Suchtechnologie für Yahoo
  • Microsoft stellt die technische Plattform für die Suchanzeigen
  • Microsoft darf die Yahoo Suchtechnologie nutzen und in seine Suche einbinden
  • Yahoo übernimmt den Textanzeigen-Vertrieb für beide Unternehmen
  • Kleine Kunden ohne Betreuung nutzen Microsofts AdCenter Platform, über die auch die Gebote festgelegt werden
  • Beide Unternehmen vermarkten ihr Displaygeschäft weiter eigenständig

Microsoft beteiligt Yahoo mit 88 Prozent an den Einnahmen aus dem Suchmaschinenmarketing in den ersten fünf Jahren - was danach kommt, ist noch unklar. Der Umsatz aus den Textanzeigen, die Yahoo auf der Suchseite bing selbst verkauft, geht voll an Microsoft. Zudem garantiert das Softwareunternehmen einen bestimmten Umsatz pro Suche (Revenue per Search) auf Yahoos eigenen und den von Yahoo betriebenen Seiten für die ersten 18 Monate nach der Einführung im jeweiligen Land.

Nach der vollständigen Umsetzung, die in den kommenden 24 Monaten realisiert werden soll, erwartet Yahoo durch den Vertrag Mehreinnahmen von jährlich 500 Millionen US-Dollar und Investitionseinsparungen von weiteren geschätzten 200 Millionen US-Dollar. Der Cash Flow soll sich um 275 Millionen US-Dollar verbessern.

Der Deal soll Anfang 2010 abgeschlossen und auch von den Kartellbehörden genehmigt sein. Die Umsetzung beginnt in den USA und soll in den folgenden drei bis sechs Monaten in die wichtigsten Märkte ausgerollt werden. In einer Telefon-Pressekonferenz, an der auch internetworld.de teilnahm, bezifferte Microsofts CEO Steve Ballmer die Kosten für die Implementierung auf "einige hundert Millionen US-Dollar" in den ersten Jahren. Den Übergang von Yahoos Werbeplattform Panama zu Microsofts AdCenter schätzte er auf eine Dauer von zwölf Monaten.

"Bei diesem Geschäft geht es um Größe", sagte Yahoo-Chefin Carol Bartz. Werbetreibende seien auf der Suche nach einer Alternative zu Google. Microsoft-CEO Steve Ballmer betonte, durch die größere Reichweite von bing könnten Innovationen leichter umgesetzt werden.

Für viele Mitarbeiter von Yahoo Search wird die Einigung zwischen dem Softwareunternehmen und dem Internetkonzern die Kündigung bedeuten. "Es wird Entlassungen geben", sagte Bartz. Einige Angestellte könnten zu Microsoft wechseln, andere Yahoo im Displayanzeigen-Geschäft unterstützen. Auf Zahlen wollte sich Bartz jedoch noch nicht festlegen.

In einem Blogeintrag zeigte sich die Yahoo-Chefin entzückt über die Einigung: "Wenn Microsoft die Yahoo-Suche übernimmt, können wir uns auf das konzentrieren, was wir am besten können: im Zentrum des Onlinelebens unserer User zu stehen." Yahoo habe wunderbare Inhalte, sagte Bartz in der Pressekonferenz. Sie verglich die Integration von Microsoft und Yahoo mit der Integration von Overture (jetzt - noch - Yahoo Search) in Yahoo - nicht gerade ein gutes Vorzeichen.


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