WolframAlpha (fast) online!
15.05.2009 10:49 dah
Stephen Wolframs lang erwartete "Computational Knowledge Engine" WolframAlpha wird ab heute Nacht für jedermann online verfügbar sein. Vor wenigen Minuten gelang uns ein erster Zugriff auf die neue Suchmaschine. Gegenwärtig ist die Startseite aber wieder im Standby-Modus. Offenbar hakt die Technik noch.
Die semantische Suche unterscheidet sich dabei erheblich von konventionellen Suchmaschinen, da sie keine Trefferlisten ausgibt, sondern Antworten generiert. Das System beruht auf vier Säulen: Die Basis stellen mehrere Trillionen von Datensätzen dar. Dazu gehören sowohl frei verfügbare als auch lizensierte Daten. Diese wurden bereinigt und soweit wie möglich überprüft, bevor sie in das System eingespeist wurden. Auf der Grundlage dieser Daten, die allen Bereichen des Lebens entstammen berechnet WolframAlpha eine Vielzahl von Antworten.
Die zweite Säule bilden die Algorithmen und Berechnungsformeln, mit denen sich die Antworten ermitteln lassen. Allein für diese Algorithmen wurden fünf bis sechs Millionen Zeilen Code geschrieben. Eine linguistische Kompente stellt die dritte Säule dar. Denn WolframAlpha erkennt und versteht die Eingaben des Nutzers. Es analysiert die in englischer Sprache eingegebene Anfrage linguistisch und gibt entsprechend relevante Antworten aus.
Die vierte Säule ist die automatisierte Datenpräsentation. Hierbei steuern Algorithmen nicht nur das Aussehen, der ausgegebenen Daten, also beispielsweise die Darstellung in Kurven, Tabellen oder Text, sondern entscheiden auch darüber, was gemessen an der Frage die relevanten Informationen sind.
Die von WolframAlpha ausgegebenen Daten sind aber nicht zwangsläufig Endergebnisse einer Suche, sondern sie lassen sich immer weiter vertiefen und aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Während konventionelle Suchmaschinen wie Google mit ihren Ergebnislisten nur eine Zwischenstation auf dem Weg zur Antwort sind, liefert WolframAlpha selbst die Antworten. Deshalb steht die Computational Knowledge Engine auch nicht in direkter Konkurrenz mit Suchmaschinen. Kritiker sehen darin zugleich die größte Schwäche der neuartigen Wissensdatenbank.