Merkel prüft Steuersenkung für Paid Content
17.11.2009 16:19 tga
Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgt sich um die Zukunft deutscher Presseverlage im Internet. Deshalb soll sich die Bundesregierung mit der Möglichkeit befassen, die Mehrwertsteuer für kostenpflichtigen Journalismus im Netz zu senken.
Das Leistungsschutzrecht müsse Merkel zufolge den Interessen der Autoren, der Verleger, der kommerziellen und der privaten Nutzer gerecht werden, sagte die Kanzlerin Spiegel Online zufolge auf einer Tagung der Zeitungsverleger. Möglicherweise könnten Online-Nachrichtenprodukte mit dem gleichen niedrigen Mehrwertsteuersatz versteuert werden wie die gedruckte Presse. Problematisch sei hier die Abgrenzung entsprechender Angebote: "Je klarer sie uns mit einer Abgrenzungsmöglichkeit von Online-Presseangeboten helfen, umso einfacher können wir uns der Frage nähern", sagte Merkel.
Zeitschriftenverlegerpräsident Hubert Burda hatte kurz zuvor in seiner Rede einen solchen niedrigeren Steuersatz für Paid Content gefordert. Seine Begründung: Die Einführung von Bezahlinhalten im Internet sei schwierig genug und dürfte deshalb nicht zusätzlich steuerlich belastet werden.
Im Juni hatte Burda von Google gefordert, den Verlagen Geld für Verweise auf deren Inhalte zu bezahlen, war damit jedoch gescheitert.
Ob sich Paid Content durchsetzen wird, ist noch völlig offen. 84 Prozent der Internetnutzer möchten Studien zufolge nicht für Onlineartikel zahlen.