Internetsperren haben nur begrenzten Nutzen
04.06.2009 09:04 dah
Zwölf Prozent der internetworld.de-Leser sind in unserer nicht-repräsentativen Umfrage der Meinung, dass die von der Bundesregierung geforderten Internetsperren im Kampf gegen Kinderpornographie helfen. Der mit 88 Prozent größere Teil der Leser zweifelt hingegen am Sinn der Websperren.
Um die Verbreitung von Kinderpornographie im Internet zu unterbinden, hat Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen bereits mit einigen Internetzugangsanbietern Abkommen geschlossen, wonach diese bislang auf freiwilliger Basis entsprechend kategorisierte Webinhalte per IP-Adresse und Domainname sperren sollen. Um alle Anbieter rechtlich dazu zu verpflichten, soll dieses Vorhaben auch als Gesetz bindend werden.
Mit einer täglich vom Bundeskriminalamt aktualisierten Sperrliste sollen kinderpornographische Inhalt aus dem Internet für deutsche Internetuser ausgeschlossen werden. Diese Liste sollte den Plänen zufolge jedoch der Geheimhaltung unterliegen und von keiner anderen Stelle überprüft werden können, weshalb Kritiker darin die Einführung einer schleichenden Zensur sehen. Nach der öffentlichen Anhörung im Bundestag ruderte die Bundesministerin zumindest in diesem Punkt zurück und stellte die Einrichtung eines Kontrollgremiums in Aussicht.
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