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"Fragmentierung ist unser Freund"

"Fragmentierung ist unser Freund"

Interview Mit dem in Deutschland neu gestarteten Promi-Portal Popeater setzt AOL auf einen Nischenmarkt. AOL-Chef Tim Armstrong sprach mit internetworld.de über die Zersplitterung der Userschaft, das mobile Internet und seine Zukunftspläne für den Internetkonzern.

AOL hat in Deutschland jüngst sein Promi-Newsportal PopEater gestartet. Wird sich AOL künftig mehr auf Special-Interest-Angebote konzentrieren?

Tim Armstrong: Bei AOL halten wir uns an die Devise "Fragmentierung ist unser Freund". Mit unserem breit aufgestellten Portfolio reagieren wir auf die stark zersplitterte Onlinegemeinde. Deshalb vergrößern wir auch ständig unser Angebot um Seiten, die spezielle Zielgruppen ansprechen. PopEater ist dafür das aktuellste Beispiel.

Was werden zukünftig die Hauptgeschäftsfelder von AOL sein?

Armstrong: Wir konzentrieren uns auf die Geschäftsfelder Inhalt, Werbung, Local & Mapping und Kommunikation sowie einen Unternehmensbereich, der Innovationen innerhalb und außerhalb des Konzerns vorantreiben soll.

Wie wichtig ist dabei das Segment Kommunikation, zu dem sowohl AOL Mail, als auch die Messenger AIM und ICQ gehören?

Armstrong: Über diese Dienste erreichen wir die meisten Nutzer. Außerdem ist das jenes Geschäftsfeld, in dem die Nutzer am stärksten mit unserer Marke interagieren. Dies gibt uns natürlich zusätzliche Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Deshalb werden wir auch in Zukunft viel Energie in diesen Bereich stecken, um unsere Produkte nutzerfreundlicher zu machen. Die neue Version des AOL Instant Messengers bietet neben der Chat-Funktion dem Nutzer die Möglichkeit, seinen Status in vielen Social Networks wie Twitter und Facebook zu aktualisieren.

Welchen Stellenwert hat das mobile Internet für AOL?

Armstrong: Alle Produkte und Dienstleistungen, die wir entwickeln, verfügen über ein mobiles Element. AOL-Nutzer sollen auch von unterwegs aus Zugriff auf unsere Inhalte und ihre E-Mails haben. Ebenso sollen sie von auch jeder Zeit per Handy mit ihren Freunden chatten können. Gerade dafür entwickeln wir einige neue iPhone-Applikationen. Bei anderen Plattformen wie Nokias OVI und Vodafones Betavine widget platform sind wir dagegen noch im Experimentierstadium.

Im Juli haben Sie die Marke Platform-A aufgegeben. Was war der Grund dafür?

Armstrong: Starke Marken sind wichtig für den Erfolg jedes Unternehmens und AOL ist zweifellos eine der stärksten und bekanntesten Internetmarken der Welt. Um die Marke AOL zu stärken und den Agenturen und Werbetreibenden ein klares Signal zu setzen, haben wir uns entschlossen, auch die Werbung unter der Dachmarke zu führen.

Welche Entwicklungen in den Bereichen Mobile und Internet erwarten Sie in den kommenden fünf Jahren?

Armstrong: Meiner Meinung nach wird sich im Internet der kommenden Jahre alles um die Inhalte drehen und wir wollen dort kräftig mitmischen. Dafür wollen wir die besten Köpfe der klassischen Medien engagieren, die diese Inhalte produzieren. Wir wollen uns in diesem Segment ebenso stark entwickeln wie in den Bereichen Contentmanagement und Onlinewerbesysteme. Werbetreibende werden künftig noch stärker darauf achten, dass sie ihre Marken und Produkte auf sicheren und hochwertigen Seiten präsentieren.


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