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Frau Schnutinger verlässt das Web 2.0

Frau Schnutinger verlässt das Web 2.0

Ute Hamelmann in einem Vodafone-Video

Ute Hamelmann stellt nach der Kritik an ihrer Werbung für Vodafone ihr Blog "Frau Schnutinger" ein. Sie begründet den Schritt damit, dass ihr nicht mehr geglaubt werde.

Anlass war ein gestern veröffentlichter Beitrag Hamelmanns im Vodafone-Blog, dort lobt sie ihr neues Handy und die Berechenbarkeit ihrer Mobilfunkabrechnungen. In den mittlerweile mehr als 160 Kommentaren wird ihr vorgeworfen, damit ihre Glaubwürdigkeit und Authentizität ausf Spiel gesetzt zu haben.

"Wenn mir persönlich nicht mehr geglaubt wird, dann geht nichts mehr, dann bleibt nur eins: Der Rückzug. Ich werde vielleicht irgendwann an einer ganz anderen Stelle, ganz anders weitermachen, gewiss werde ich nicht mehr Web 2.0 machen", schreibt Hamelmann in ihrem - letzten - Blogbeitrag von heute morgen, der nicht kommentierbar ist. "Ich werde auch anderweitig meine Schlüsse und Konsequenzen daraus ziehen, so masochistisch bin ich dann doch nicht veranlagt, als dass ich mir das alles dauerhaft geben müsste."

In einem eher kritischen Blogbeitrag vom Freitag, der inzwischen gelöscht und nur noch über Google Cache verfügbar ist, hatte Hamelmann zuvor die Gründe erklärt, warum sie sich für die Vodafone-Kampagne zur Verfügung gestellt hat: "Aus Neugierde und aus Spaß! [...] Weil sie wissen wollte, wie Web 2.0 bis hin zu einer Art Geschäftsmodell funktionieren könnte. Weil es einfach lustig ist, bei so einem Dreh mal dabei zu sein und in die bunte Werbewelt einzutauchen. Weil sie es liebt, zu beobachten, wie Szenen und Medien und das alles miteinander funktioniert."

Vodafone versucht mit der Kampagne, an der auch die Blogger Sascha Lobo und Robert Basic als Werbebotschafter teilnehmen, die so genannte "Generation Upload" für die eigenen Produkte zu begeistern.


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Kommentare

Ulrike am 03.08.2009

Web 2.0 Empfindlichkeiten

was für Mimöschentum! Kann Mike nur zustimmen. Einfach lächerlich und heuchlerisch. Aber auch von der Autorin etwas überempfindlich. mein Gott! Im Web 2.0 muss man mit Kritik leben. Fällt jedem schwer. Aber "schelchte" Publicity ist die beste, wie wir schon oft lernen durften. Werbung pur! Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein! Und wieso dürfen Blogger nicht werben? Wenn es ein reiner fakeblog ist, kann ich das ja noch verstehen, aber grundsätzlich? Kopfschüttel.

Mike "the knife" Kaindl am 21.07.2009

Hühnerhaufen

Du meine Güte, was ein Flügelschlagen. Es mag daran liegen, dass ich erst relativ spät und als Ex-Gutverdiener, der seine Schäfchen im Trockenen hat, zum Bloggen gekommen bin und gottseidank weder für Geld noch für die Reputation in der Blogospäre schreibe(n muss).

Aber wenn ich mir diese Story so anschaue, dann bekomme ich doch Lust, genau das zu tun – knallhart für Geld zu bloggen und den ganzen scheinheiligen Verfechtern der reinen Lehre den Blanken zu zeigen.

Wenn alle Heuchler, die hier "Verrat" rufen und bei einem entsprechenden Angebot genau dasselbe machen würden, der Schlag träfe, wäre die Szene von jetzt auf nachher ziemlich entvölkert

Mirko Lange am 21.07.2009

Blogbeitrag gelöscht

Ich wollte ergänzen, dass Schnutinger den Blogbeitrag nach eigenen Angaben selbst gelöscht hat. Nicht dass da gemutmaßt wird :-)

"Ich stehe nach wie vor zu meinen dort getätigten Aussagen - ich will tatsächlich nicht nur die Quotenmutti sein. Ich will mich bloggenderweise nur nicht ständig in Selbstmitleid und Rechtfertigungsarien ergießen, weswegen ich meinen Artikel im Nachhinein mittelprächtig fand (war ein kommunikativer Versuch, in der Tat) und ihn deshalb rausgenommen habe. Ich habe erst danach erfahren, dass das Posting im VF-Blog heute geschaltet wird."

http://wirres.net/article/articleview/5268/1/6/#1640204

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