eBay kippt Gratisversand
01.02.2010 11:00 tga
Das Auktionshaus geht in Deutschland auf die Beschwerden seiner Verkäufer ein und schafft den Zwang zum kostenlosen Versand ab. Zudem wird die Schwelle für Powerseller drastisch gesenkt und Paypal als Zahlungsmethode für Anbieter mit weniger als 50 Bewertungspunkten Pflicht.
Der Gratisversand, der seit vergangenem Jahr in einigen Kategorien gilt, war bei den Käufern beliebt, stieß aber bei den Verkäufern auf Ablehnung - vor allem bei Produkten mit geringem Preis. Ab 8. Februar 2010 dürfen die Händler ihre Versandkosten in den betroffenen Kategorien wieder selbst festlegen, solange sie sieben Euro nicht überschreiten. Zusätzlich gelten Kategorie unabhängige Obergrenzen auf dem gesamten eBay-Marktplatz, wenn bestimmte Versandprodukte wie Büchersendung oder Brief im Verkaufsformular ausgewählt werden.
eBay macht es gewerblichen Verkäufern ab April deutlich einfacher, am Powerseller-Programm teilzunehmen: Bedingung sind künftig 100 Transaktionen und 2.500 Euro Bruttoumsatz in zwölf Monaten. Bislang lag die Schwelle für gewerbliche Verkäufer bei mindestens 300 verkaufte Artikeln pro Monat in drei aufeinander folgenden Monaten und 3.000 Euro Bruttoumsatz - ebenfalls pro Monat.
Die Qualitätsanforderungen werden im Gegenzug angehoben: Alle Powerseller müssen künftig einen Mindestwert von 4,40 in jeder der vier detaillierten Bewertungsbereiche haben, aktuell sind es 4,00 Punkte.
Auch für Privatverkäufer werden die Bewertungskriterien verschärft: Der Prozentsatz der unterdurchschnittlichen Bewertungen darf nicht höher als 1,2 oder 2,4 Prozent in den jeweiligen detaillierten Bewertungsbereichen sein (bisher vier oder fünf Prozent) beziehungsweise die Anzahl der unterdurchschnittlichen Bewertungen darf über einen bestimmten Zeitraum gesehen nicht größer als vier sein (bisher fünf).
Verkäufer mit weniger als 50 Bewertungspunkten müssen zudem ab 25. Februar 2010 Paypal als Zahlungsmethode anbieten. Damit will eBay das Vertrauen in den Marktplatz stärken: Haben Käufer mit PayPal bezahlt, erhalten sie den Kaufpreis in voller Höhe von PayPal erstattet, wenn ein Artikel nicht verschickt oder unzutreffend beschrieben wurde. Dass diese Regel mehr Umsatz für den hauseigenen Bezahldienst bringt, ist ein angenehmer Nebeneffekt.
ein ebayer am 01.02.2010
eBay kippt Gratisversand
Gratisversand wurde von vielen, mittlerweile von den meisten Verkäufern aus guten Grund nicht akzeptiert.
Man stelle sich vor: Es gibt Bücher die über 1000 Gramm wiegen und deshalb nur als Päckchen oder Paket verschickt werden können.
Kostenpunkt: 3,90-4,30 €. Ging das Buch zum Startpreis von 1,00 € weg, hätte der Verkäufer noch mindestens 2,90 € drauflegen müssen.
Und es gab durchaus Käufer die die in der Beschreibung angegebenen Versandkosten nicht akzeptierten, 1,00 € überwiesen und auf Lieferung bestanden.
Das Argument: Dann muss der Käufer eben den Startpreis erhöhen, zieht nicht. Mit höheren Startpreis wird ein selten nachgefragtes Buch oft auch bei X Einstellungen nicht gekauft und der Verkäufer wird nur eine Menge Geld an Einstellgebühren los.