Internationale Studie 07.03.2018, 08:01 Uhr

Entwickler werden immer wichtiger für Firmenstrategie

Bei Unternehmensentscheidungen nehmen Software Developer eine immer bedeutendere Rolle ein. In Deutschland allerdings gibt es noch Nachholbedarf, ergab eine Studie in sechs Ländern.
Auf dem Weg nach oben in der Hierarchie: Software-Entwickler
(Quelle: shutterstock.com/Jirsak )
Das Image des reinen Technikers oder gar Nerds mag Software-Entwicklern lange Zeit angehaftet haben, doch inzwischen werden sie zunehmend zu Führungskräften. Bei wichtigen Entscheidungen im Hinblick auf die Unternehmensstrategie werden sie immer häufiger zu Rate gezogen. Das ergab eine Studie der Payment-Plattform Stripe in Zusammenarbeit mit The Harris Poll, für die insgesamt 1.440 fest angestellte Software- und Web-Entwickler, Software-, Web- und Computer-Ingenieure sowie CTOs und CIOs in sechs Ländern befragt wurden.

Deutschland hat Nachholbedarf

Der Erhebung zufolge kommt 54 Prozent der Entwickler weltweit eine bedeutendere Rolle in diesem Zusammenhang zu. Hierzulande vollzieht sich diese Entwicklung allerdings langsamer als in allen anderen untersuchten Ländern, neben Deutschland die USA, Großbritannien, Frankreich, Singapur und Australien. So schnitt Deutschland in zahlreichen Punkten schlechter ab als alle anderen fünf Nationen: Nur 18 Prozent der Befragten hierzulande geben an, dass Entwickler-Input bei wichtigen Geschäftsentscheidungen sehr stark berücksichtigt werde. Weltweit waren es knapp ein Viertel. Sechs Prozent waren in Deutschland gar der Auffassung, dass Entwickler-Input bei wichtigen Entscheidungen überhaupt nicht berücksichtigt werde.
14 Prozent sagen, dass der Austausch mit nicht-technischen Führungskräften in den letzten fünf Jahren sogar abgenommen hat, im internationalen Vergleich sagten das nur zehn Prozent. Der Geschäftsführung mangele es an technischem Fachwissen, geben 34 Prozent der deutschen Befragten an (Durchschnitt: 32 Prozent). 44 Prozent geben an, dass ihr Unternehmen die falsche Produkt-Roadmap habe, weil es in der Planung an ausreichendem Input von Entwicklern fehle (Durchschnitt: 39 Prozent).

Mangel an Entwicklern und Nutzung veralteter Tools

Deutsche Unternehmen neigen dazu, veraltete Technologien und Tools zu verwenden, und sie beschäftigen nicht ausreichend Entwickler. Auch bei den Antworten in diesem Bereich schnitt Deutschland schlechter ab als die anderen fünf Länder: 25 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass Entwickler in ihrem Unternehmen nicht die nötigen Ressourcen erhalten, die sie für eine effektive Arbeit benötigen.
55 Prozent sagen, dass Entwickler sich zu häufig auf die Wartung von veralteten Systemen konzentrieren müssen. 39 Prozent sagen, dass falsche Priorisierung in ihrem Unternehmen ihre größte Herausforderung ist. 69 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass ihr Unternehmen über zu begrenzte Entwicklerkapazitäten verfüge.

Dies hat negative Auswirkungen auf die Innovationsgeschwindigkeit der Unternehmen - einen der wichtigsten Vorzüge der deutschen Wirtschaft: Deutsche Unternehmen bringen zwar am häufigsten neue Produkte auf den Markt - nämlich alle ein bis drei Monate, wie 47 Prozent der Befragten angaben (weltweit sind es nur 39 Prozent). Jedoch sagen 16 Prozent, dass die Geschwindigkeit beim Launch neuer Produkte in den letzten fünf Jahren abgenommen hat - dies ist der höchste Wert aller untersuchten Länder (zehn Prozent weltweit).



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