Digitalisierung der Arbeitswelt 14.03.2019, 15:07 Uhr

Digitale Technologien haben kaum Bedeutung für Fachkräfte

Nur die wenigsten Berufstätigen wenden neue, digitale Technologien im Alltag an. Tatsächlich sind lediglich die Themen "Cloud" und "Big Data und Analytics" bereits im Berufsleben angekommen. Das zeigt eine Studie von Accenture Strategy, Xing und Statista.
(Quelle: Fotolia.com/Picture-Factory)
Zunächst einmal die positive Nachricht: Grundsätzlich fühlt sich die Mehrheit der Arbeitnehmer im DACH-Raum gut auf die Digitalisierung vorbereitet. 54 Prozent der 5.000 befragten Berufstätigen bewerten die Bemühungen zur Vorbereitung auf die Digitalisierung seitens ihres Arbeitgebers als positiv. 29 Prozent stehen diesen Anstrengungen neutral gegenüber und nur 17 Prozent stellen ihrem Arbeitgeber ein mangelhaftes Zeugnis aus. Das zeigt eine aktuelle Studie von Accenture Strategy, Xing und Statista.
Vorreiter in diesem Feld sind Start-ups, deren Angestellte sich zu 62 Prozent gut auf die Digitalisierung vorbereitet fühlen. Konzern-Mitarbeiter rangieren mit 58 Prozent knapp dahinter. Auf dem letzten Platz liegen Mittelständler mit 48 Prozent.

Gesundheit und Soziales hinken hinterher

Ein Blick auf die Branchen zeigt: Die Internet- und IT-Branche steht mit 73 Prozent an der Spitze, gefolgt von Beratungs- und Telekommunikationsunternehmen (70 respektive 66 Prozent). Die hinteren Plätze belegen der Maschinenbau mit 42 Prozent, die Konsumgüterbranche mit 38 Prozent und der Sektor "Gesundheit und Soziales" mit 36 Prozent.
Das große Aber: Nur 18 Prozent der befragten Teilnehmer geben an, Anerkennung bei der Anwendung neuer Technologien und digitaler Trends zu erhalten. "Oft wird beim Thema 'Digitalisierung' an Technik gedacht. Die kulturellen Implikationen werden eher wenig berücksichtigt. Dabei gehört unserer Erfahrung nach beides eng miteinander verzahnt, um nachhaltig erfolgreich zu sein", kommentiert Marc-Sven Kopka, Vice President External Affairs Xing.

Digitale Technologien nicht im Alltag angekommen

Auch wenn sich die Befragten theoretisch gut auf die Digitalisierung vorbereitet fühlen, verfügen sie aktuell noch nicht über praktische Kenntnisse der Technologien. Gefragt nach der Bedeutung von ausgewählten Trends stuften die Befragten im Schnitt nur "Cloud" und "Big Data und Analytics" als relevant für ihre tägliche Arbeit ein.
Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge werden im Schnitt als bedingt relevant eingestuft und spielen offenbar nur für einen Teil der Befragten bereits eine wichtige Rolle. Auf den hinteren Plätzen rangieren Anwendungen wie "Robotics", "Virtual und Augmented Reality", "Voice Control", "3D-Druck" und "Blockchain" die durchschnittlich als nicht relevant eingestuft werden.
Konkret haben nur zwölf Prozent der Befragten schon einmal die Blockchain-Technologie angewendet. Lediglich 17 Prozent können konkrete Erfahrungen im Umgang mit Robotern vorweisen, 19 Prozent mit 3D-Druck und mit KI haben sich erst 28 Prozent praktisch auseinandergesetzt.

Zukunftsfähig aufstellen

"Es lässt sich erkennen, dass den Themen die größte Relevanz zugeschrieben wird, die geradezu über alle Funktionen und Branchen hinweg anwendbar sind. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Digitalisierung den Alltag vieler Arbeitnehmer noch gar nicht richtig berührt. Während das bei speziellen Technologien noch angehen mag, ist das bei den großen Themen wie 'Big Data' und 'Künstlicher Intelligenz' schon ein größeres Problem. Um sich für die Zukunft zu wappnen müssen sich Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen zukunftsfähig aufstellen", rät Moritz Hagenmüller, Managing Director Accenture Strategy.
Besonders Mitarbeiter im Vertrieb und Handel sowie im Personalwesen haben Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung.

Was machen "Digital Champions" besser?

Es gibt sie aber, die Firmen die digitale Technologien und Arbeitsmethoden in hohem Maße nutzen und im Vergleich zum Durchschnitt über deutlich ausgeprägtere, digitale Kompetenzen verfügen. Betrachtet man die Eigenschaften dieser "Digital Champions" wird deutlich, dass auch die Vorbereitung auf den Wandel der Arbeitswelt eine Kulturfrage ist: Digitalen Vorreitern werden überdurchschnittlich stark Möglichkeiten zur internen und externen Kollaboration sowie Zugang zu Expertennetzwerken geboten.
 
Zusätzlich erkennen die Führungskräfte dieser digitalen Vorreiter nicht nur die Anwendung von zukunftsweisenden Arbeitsmethoden und Technologien positiv an - sie fordern die Anwendung auch aktiv ein und leben die Arbeitsweisen vor, so das Fazit der Studie.



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