11.12.2008, 10:59 Uhr

Onliner lehnen BDSG-Novelle stärker ab

Mehr als jedes zweite Unternehmen im Bereich Direkt- und Dialogmarketing lehnt die aktuelle BDSG-Novellierung ab, zeigt eine aktuelle Studie. Alarmierend jedoch ist die große Unwissenheit bei den Mitarbeitern.
BDSG-Cover
Die Novelle des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) bedeutet für viele Dialogmarketing-Unternehmen einen gravierenden Einschnitt in ihr Geschäftsmodell. Demzufolge dürfen Kundendaten für Zwecke der Werbung sowie Markt- und Meinungsforschung nur dann verkauft und genutzt werden, wenn die Betroffenen dem zuvor aktiv zugestimmt haben. Dies gilt auch, wenn sich ein Unternehmen bei Inkrafttreten des Änderungsgesetzes bereits im Besitz derartiger Daten befindet. Laut Expertenmeinung seien damit 95 Prozent aller Adresslisten nicht mehr zur Neukundengewinnung zu nutzen.
In einer Umfrage unter 400 Unternehmen aus der Direkt- und Dialogmarketingbranche mit überwiegendem Schwerpunkt im Bereich Online-Marketing fand die Direktmarketing-Agentur DZ-Media, Essen, wenig überraschend heraus, dass die Mehrheit die Novellierung ablehnt. Gerade einmal drei Prozent würden der Änderung in der aktuellen Form sofort zustimmen. Interessant ist laut DZ-Media-Geschäftsführer Jan-Philip Ziebold der Branchenunterschied zwischen "klassisch" und "online": Die Ablehnung der Gesetzesänderung sei mit fast zehn Prozent mehr Gegnern im Online-Bereich deutlich ausgeprägter.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen bewerten zwei Drittel der Befragten mit "spürbar" bis "stark spürbar". Nur sieben Prozent glauben an keinen Unterschied zwischen der aktuellen Situation und der Zukünftigen. Auch hier ist die Furcht in der Online-Branche größer als bei klassischen Dialogmarketing-Unternehmen. Selbst Personalabbau schließt jedes fünfte Unternehmen nicht aus. Rund ein Drittel der Umfrageteilnehmer will jedoch auf keinen Fall Mitarbeiter entlassen.
Überraschend allerdings ist die Unwissenheit in der Branche: 28 Prozent der normalen Mitarbeiter von Dialogmarketing-Unternehmen wussten noch nicht einmal, dass eine Änderung geplant ist oder ihr Unternehmen davon betroffen sein könnte.



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