Moderne Datenbrillen erobern die Industrie

VR-Brillen von HTC, Oculus und Samsung

Während AR im Unternehmensumfeld boomt, ist VR ins Stocken geraten. Die Technik befindet sich nach Aussage von Joshua Fruhlinger, Analyst von der Webseite Digitaltrends.com, schon wieder auf dem absteigenden Ast. Als Grundlage für diese Aussage dienen ihm die Verkaufszahlen von Amazon. "Nachdem die erste Begeisterung nachgelassen hat, bieten VR-Brillen zu wenige Inhalte, sind nicht leicht zu bedienen und lassen zu viele Anwender mit Motion Sickness oder anderen Beschwerden zurück", kommentiert Fruhlinger.
HTC Vive und Vive Pro: Zu den bekanntesten VR-Brillen gehören die Vive und der Nachfolger Vive Pro. Nicht nur technisch hat HTC die Brille verbessert, sondern auch im Hinblick auf das Design. So soll das Aufsetzen mit dem neuen Modell leichter vonstatten gehen. Während die Vive noch Klettbänder zum Befestigen hatte, verfügt die Vive Pro über einen festen Rahmen.
Im Unterschied zu AR-Brillen, die in der Regel mit einem eigenen dedizierten Mini-Rechner ausgestattet sind, benötigen die VR-Brillen von HTC einen angeschlossenen PC. Dieser sollte nicht zu schwach ausgestattet sein. Die offiziell empfohlenen Anforderungen für die Vive Pro sind beispielsweise ein Core-i5-4590-Prozessor sowie ein Geforce-GTX-1060-Grafikchip oder besser.
Oculus Rift und Go: Die Facebook-Tochter Oculus hat neben der bekannten Datenbrille Oculus Rift nun auch die Oculus Go im Programm. Beide Modelle richten sich vor allem an Spieler und sind nicht unbedingt auf den professionellen Bereich ausgerichtet. Das Modell Go benötigt immerhin keinen angeschlossenen Rechner und kein Smartphone mehr. Es ist als vergleichsweise günstiges Standalone-Produkt ausgelegt, das über einen drahtlosen Controller gesteuert werden kann, der zum Lieferumfang gehört.
Samsung Gear VR: Samsungs VR-Brille benötigt ein Samsung-Smartphone ab dem S6 als Bildschirm. Die im vergangenen Jahr vorgestellte aktualisierte Version lässt sich mit einem Controller bedienen. Eine Steuerung über das seitlich angebrachte Touchpad ist nicht mehr nötig.

Monster jagen mit einer Brille für virtuelle Realität (VR) auf der Nase ist das eine. Doch VR kann längst mehr. Auf dem Mobile World Congress wird klar: Künftig könnten sogar die ersten Schritte in der Berufsausbildung virtuell sein.

Fazit

Der Markt für Datenbrillen ist in Bewegung. Interessierte Unternehmen können aus einer Vielzahl von Lösungen wählen. Reine AR-Brillen wie die Moverio-Modelle von Epson, die M100 und die M300 von Vuzix, aber auch die Google Glass Enterprise Edition eignen sich zunehmend für diverse Produktionsbereiche oder für die Logistik.
Die meisten Brillen basieren auf Android, mit der HoloLens von Microsoft und der Kombination aus dem Mini-PC dyna­Edge DE-100 und der Datenbrille AR100 Viewer von Toshiba stehen aber auch Angebote auf Windows-Basis bereit. Sie bieten mehr Flexibilität als Android und lassen sich leichter in bestehende Unternehmensumgebungen einbinden. Die nicht ganz billige HoloLens geht dabei noch einen Schritt weiter und ermöglicht mit ihrem binokularen Aufbau die Nutzung dreidimensionaler Objekte im Raum. Das geht sonst nur noch mit der Meta 2 von Metavision, die allerdings nicht über einen integrierten Rechner verfügt.
VR-Brillen konnten sich bislang im produktiven Einsatz nicht durchsetzen. Sie sind aber zum Beispiel überall dort interessant, wo es um die virtuelle Präsentation bestimmter Lösungen geht.



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