Fachmedien setzen zunehmend auf Bewegtbild 02.06.2010, 08:00 Uhr

Zwei Drittel binden Videos ein

Fachmedien setzen immer umfangreicher auf Internetvideos: Nach einer aktuellen Erhebung der infotainweb AG bieten mittlerweile knapp zwei Drittel der untersuchten Angebote Videos auf ihren Webseiten an. Bei der ersten Erhebung im Mai 2009 war es nur die Hälfte.
Fachmedien setzen zunehmend auf Bewegtbild (Foto: istock/Zeffss1)
Mehr als die Hälfte der Onlinemedien (55 Prozent) bindet Videos auf der Startseite ein, 52 Prozent zeigen das Thema als Punkt in der Navigation ein. Eine Minivorschau bieten 36 Prozent. Bei 45 Prozent der analysierten Webseiten sind Videos auf der Startseite in keiner Weise präsent - vor einem Jahr lag dieser Anteil noch bei 53 Prozent.
Obwohl Onlinevideos damit an Bedeutung gewonnen haben, sparen die Fachverlage am Design. Lediglich 44 Prozent der Webseiten - und damit so viel wie 2009 - binden ein Intro vor dem Video ein. Stilmittel wie die grafische Namenseinblendung (von 10 auf knapp 40 Prozent) oder eine Ein- und Ausstiegsmusik (von 25 auf knapp 44 Prozent) werden nun häufiger eingesetzt als 2009. Inhaltlich konzentrieren sich die Fachmedien vor allem auf die Produktion von Interviews und Beiträgen, speziell von Messen, Events- und Kongressen (Steigerung von 37 auf 47 Prozent). Dabei stieg der Anteil der moderierten Beiträge von 37 Prozent (2009) in diesem Jahr auf 47 Prozent.
Weniger als die Hälfte bietet Videoanzeigen an
Auch bei der Finanzierung gibt es noch Potenzial: Nur 42 Prozent der untersuchten Fachmedien geben in ihren Mediaunterlagen Video-Werbemöglichkeiten an. Am häufigsten ist Videowerbung in Rubriken- und Anzeigenmärkten, die ein Drittel der Webseiten anbietet. Pre-, Mid- oder Post-Roll-Werbung gibt es nur bei knapp jedem fünften Fachmedium. Stefan Huber, Vorstand Marketing & Vertrieb der infotainweb AG, hat dafür eine einfache Erklärung: "Selbst führende Online-Fachmedien bieten häufig eine zu geringe Reichweite, als dass Video-Ads die Produktionskosten nur annähernd decken können." Anders bei Videoanzeigen- und Rubrikenmärkten: Hier könnten Verlage mit internen Ressourcen oder externen Dienstleistern schnell relevante Umsätze generieren und gehen damit gerade in der Krise kein allzu hohes Risiko ein.
Für die Studie untersuchte infotainweb AG 33 Online-Fachmedien. Analysiert wurden Seiten aus den Branchen Automobil, Bildung, Food, Industrie, IT, Recht, Marketing/ Kommunikation, Medizin, Bau/ Immobilien/ Architektur, Textil, Tourismus/ Gastronomie und 2010 neu auch Landwirtschaft.



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