Nach Strato- und Drillisch-Übernahme 09.10.2017, 09:45 Uhr

United Internet will weiter zukaufen

United Internet ist auch nach der Mega-Übernahme von Strato und Drillisch weiter in Kauflaune, sagte Finanzchef Frank Krause. Am finanziellen Spielraum scheitert es nicht.
(Quelle: Fotolia.com/Robert Kneschke)
Der Internetdienstleister United Internet ist trotz der Übernahmen des Webhosters Strato und der Übernahme von Drillisch noch nicht satt. Das Unternehmen sei "für Zukäufe weiterhin offen", sagte Finanzchef Frank Krause der "Börsen-Zeitung". Am finanziellen Spielraum scheitert es nicht. Ende 2017 rechnet der Manager mit Nettofinanzverbindlichkeiten von etwa 1,8 Milliarden Euro, die dem zweifachen operativen Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) entsprechen, so dass der Leverage nicht höher sei als zu Jahresbeginn. Seinen "Wohlfühlfaktor" bezifferte Krause mit "um die 3".
Geld hat United Internet kürzlich in die Hand genommen, um die Beteiligung bei Tele Columbus auf 28,5 Prozent aufzustocken. Krause sitzt dort inzwischen im Aufsichtsrat, um sich ein genaueres Bild von dem Unternehmen zu machen. Der Internet-Konzern hatte bereits beim Einstieg im Dezember 2016 den "strategischen" Charakter der Beteiligung betont. Für die Aufstockung wurde dem Unternehmen ein Paket angeboten. "Sich ergebende Opportunitäten schauen wir uns immer sehr sorgfältig an", betonte der Finanzchef. United Internet wolle bei der Konsolidierung der Branche das Heft des Handelns in der Hand behalten.
Im Geschäftsbereich Applications sind die Umbauarbeiten nach dem Einstieg von Warburg Pincus nicht beendet. Die Sparte, für die ein Börsengang geplant ist, hat aus der Sicht des Managers "noch einige Hausaufgaben zu erledigen". Dabei geht es nach einer Reihe von Akquisitionen im In- und Ausland um eine "Plattformkonsolidierung", die die Kosten senken soll. Krause betonte indes die hohe Profitabilität des Geschäftsbereichs. Hier bestehe "kein Handlungsbedarf". Die IPO-Story werde sich daher primär um Wachstumsperspektiven drehen. Weitere Akquisitionen vor allem im europäischen Ausland schloss er nicht aus.




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