Hohe Nachfrage 22.05.2019, 08:04 Uhr

Fachkräftemangel: Software-Entwickler dringend gesucht

Business-Software ist in allen Branchen gefragt wie nie und viele Unternehmen sind auf der Suche nach Fachkräften. Die besten Chancen auf eine Einstellung haben Hochschulabsolventen mit Abschluss in Informatik.
(Quelle: shutterstock.com/Redpixel.pl )
Neue Geschäftsprozesse und Trends wie Cloud, IoT oder KI erfordern Software. Die Software-Branche boomt, doch der Fachkräftemarkt ist angespannt. Und das wird auf längere Sicht so bleiben. Auch die Löhne dürften steigen, da sich Coder ihre Arbeitsplätze derzeit aussuchen können. Das wiederum könnte die Margen für Software schmälern.
George Sarpong, Chefredakteur der Schweizer Fachzeitschrift "Computerworld", beschreibt, wie die eidgenössischen Unternehmen auf diese Herausforderung reagieren. Sein Bericht ist weitgehend, wenn auch nicht in jedem Detail, auf die Verhältnisse hierzulande zu übertragen. In jedem Fall liefert er einen interessanten Einblick in das Problem des Fachkräftemangels in der IT und wie man ihm im Zusammenspiel von Unternehmen und Hochschulen begegnen kann.

Mehr Aufträge als Entwickler

Ärgerlicher als steigende Löhne dürften entgangene Umsätze sein, da Hersteller zum Teil kein Personal mehr für zusätzliche Aufträge zur Verfügung haben. Ein Beispiel: Der IT-Dienstleister T-Systems bietet seinen Kunden in der Schweiz unter anderem Lösungen in den Bereichen Blockchain, IoT und Individualentwicklung an. "Hier haben wir die meisten offenen Stellen, denn erfahrene Software-Entwickler sind am Markt schwer zu finden. Zurzeit sind in diesem Bereich 80 Personen tätig. Wir haben aber genügend Aufträge, um deutlich mehr Mitarbeiter zu beschäftigen", beschreibt Stefano Camuso, Managing Director bei T-Systems, die Situation.
Welche Unternehmen man auch fragt: Gesucht werden vor allem Fachleute mit DevOps-Hintergrund, mit Wissen in den Bereichen Data Analytics beziehungsweise Data Science und Künstliche Intelligenz, um Informationen aus großen Datenmengen zu gewinnen. Immer gefragter wird aber auch das Know-how bei der Entwicklung mobiler Apps.

Schwierigkeit Fachkräfte ins Land zu holen

Das Schweizer Unternehmen Zühlke, ein Dienstleister für Innovationsprojekte, setzt deshalb auf weltweit verteilte Standorte -  auch, weil es aufgrund der Auflagen schwierig ist, ausländische Fachkräfte ins Land zu holen. Zühlke beschäftigt Mitarbeiter in Serbien und Bulgarien, dem Vereinigten Königreich, Deutschland und Österreich, aber auch in Singapur und Hongkong. Sie können je nach Projekt länderübergreifend hinzugezogen werden.
Eine Entwicklung, die Ueli Kleeb, Managing Director Competence Center und Partner von Zühlke, mit gemischten Gefühlen betrachtet: "Wenn wir Expats ins Land holen, bleiben die Stellen hier. Auch nachdem die ausländischen Fachkräfte wieder gegangen sind. Wenn die Stelle ins Ausland geht, ist sie weg."



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