Prävention und Wiederherstellung 13.05.2020, 12:00 Uhr

Business Continuity Management: So meistern Firmen Krisensituationen

Ob Cyber-Angriff oder Corona-Pandemie - wie reagiert man auf solche Ereignisse? Die aktuelle Situation stellt alle Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Business Continuity Management hilft bei der Schaffung von Präventions- und Wiederherstellungssystemen.
(Quelle: shutterstock.com/Garagestock)
Es ist sicher kein Geheimnis, dass Prävention stets besser ist als Reaktion. Dennoch machen sich viele Unternehmen wenig Gedanken, wie man auf Krisen reagieren kann. Man muss dabei nicht sofort alle Details berücksichtigen, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Selbst die jüngste Geschichte zeigt an vielen Beispielen, dass, so schlimm und unerwartet ein Ereignis im ersten Moment auch erscheinen mag, nicht gleich die Welt davon untergeht. Es gibt immer ein Danach. Das bedeutet auch, dass jede Bedrohung auch Chancen mit sich bringt.
Business Continuity: Ein solcher Prozess muss immer wieder auf den Prüfstand gestellt und angepasst werden.
Quelle: Marco Schulz
Wichtigster Grundsatz bei allen Überlegungen ist es, in Krisen möglichst viele Handlungsmöglichkeiten aufrechtzuerhalten. Das gilt nicht nur für die gegenwärtige Pandemie, auch das Platzen von Finanzblasen, Terroranschläge und Umweltkatastrophen sind eindrückliche Beispiele. Wer hätte ein Ereignis wie den 11. September und dessen Folgen vorhersagen können? Wie also kann man den eigenen Handlungsspielraum so weit wie möglich beibehalten?

Wenig Spielräume

Betrachten wir zunächst die Konsequenzen vollständig durchoptimierter Systeme. Auch hierzu gibt es ein Beispiel: Ende der 1990er-Jahre kam es in der deutschen Automobilindustrie zu einem unfreiwilligen Produktionsstopp. Dieser wurde von streikenden italienischen Kraftfahrern verursacht. Weil die Kosten der Lagerhaltung nahezu auf null reduziert worden waren und die Zulieferung sämtlicher Teile in Echtzeit erfolgte, fehlten schlichtweg notwendige Teile, um die Fahrzeuge verkaufsfertig komplettieren zu können. Mit einer durchdachten Vorratshaltung wären die Auswirkungen des Streiks weniger kritisch verlaufen. Reserven erlauben es zudem, auch kurzfristige Schwankungen im Markt zu glätten. Neben der Überbrückung von Engpässen lassen sich so hervorgerufene Preissteigerungen ebenfalls leichter abfangen.
Reserven können je nach Branche verschiedene Bedeutungen haben, aber auch hier gibt es eine gemeinsame Konstante: Liquidität. Erfahrungsgemäß werden in einer Krise die Einnahmen beziehungsweise Gewinne aus verschiedenen Gründen zurückgehen. Auch darauf sollte man vorbereitet sein.
Das wichtigste Kapital - nicht nur in der Software-Industrie, um die es hier vorrangig geht - ist die Belegschaft. Ist man gezwungen mangels fehlender Einnahmen Personalfreisetzungen vorzunehmen, zerstört dies eingespielte Entwicklungsteams, die nach einer Krise nur durch erneute Investitionen in Schulungen und Ähnliches wiederhergestellt werden können. Dies könnte sich allerdings als schwierig erweisen. Wenn bereits in der Krise sämtliches Kapital aufgebraucht wurde, woher sollen nach deren Bewältigung die Gelder für die Investitionen kommen?



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