Mega-Deal 14.11.2017, 08:59 Uhr

Qualcomm weist Broadcoms Übernahmeangebot zurück

Der Mega-Deal ist vorerst geplatzt: Weil der Preis zu niedrig sei, hat Qualcomm das 130 Milliarden US-Dollar schwere Übernahmeangebot des Konkurrenten Broadcom zurückgewiesen.
(Quelle: shutterstock.com/Kostenko Maxim)
Der Chipkonzern Qualcomm hat das 130 Milliarden US-Dollar schwere Übernahmeangebot des Konkurrenten Broadcom zurückgewiesen. Der Preis sei zu niedrig angesichts der technologischen Führungsposition und der Wachstumsaussichten der Firma, erklärte der Qualcomm-Verwaltungsrat.
Eine solche Reaktion war bereits erwartet worden, als Broadcom vor einer Woche seine feindliche Übernahme-Offerte vorlegte. Für Qualcomm selbst werden dabei rund 105 Milliarden US-Dollar geboten, der Rest sind Schulden, die ebenfalls übernommen werden sollen. Es wäre die bisher teuerste Übernahme in der Technologieindustrie.
Qualcomm ist im Großteil der Smartphones und Tablet-Computer mit Kommunikationschips vertreten, die für die Verbindung zu Netzen sorgen. Zudem stellt das Unternehmen in vielen Telefonen auch den Hauptprozessor und verdient Geld mit Patentlizenzen auf diverse Technologien.
In der Qualcomm-Bilanz sorgen die Chips für den Großteil der Erlöse - der Gewinn wird aber vor allem mit den Lizenzen erzielt. Gerade in diesem lukrativen Geschäft steht Qualcomm aber unter verstärkten Druck von Aufsichtsbehörden in mehreren Ländern, weist aber den Vorwurf unfairen Wettbewerbs zurück.

Apple-Streit hat Qualcomm geschwächt

Das feindliche Übernahmeangebot von Broadcom wurde überhaupt erst möglich, weil Qualcomm seit Monaten in einem erbittert geführten Streit mit Apple steckt, der die Geschäftszahlen der Chipfirma schmälerte und den Aktienpreis nach unten trieb. Der iPhone-Konzern weigert sich, an Qualcomm einen Prozentsatz vom kompletten Gerätepreis abzuführen.
Apple argumentiert, damit wolle Qualcomm an Technologien verdienen, die bei Apple selbst erfunden worden seien. Der Halbleiter-Konzern kontert, in den Apple-Geräten steckten Qualcomm-Technologien nicht nur in den Chips. Die Unternehmen verklagten sich gegenseitig in mehreren Ländern.




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