Capaneo Data Driver 14.07.2014, 08:29 Uhr

Neue Data-Management-Plattform von Schober

Der Adressdienstleister Schober hat eine Data-Management-Plattform entwickelt. Der "Capaneo Data Driver" führt Offline- und Online-Daten zusammen, um das Targeting im Echtzeithandel zu präzisieren.
(Quelle: Fotolia.de/madpixblue )
Der Handel mit Online-Nutzerprofilen ähnelt dem Adressverkauf im Direktmarketing. Deswegen ist es naheliegend, dass Datenvermarkter wie Schober oder das US-Unternehmen Acxiom im Handel mit Online-Nutzerprofilen aktiv werden. Die Schober Information Group bündelt mit dem neuen Capaneo Data Driver ihre Konsumentendaten aus der Offline-Welt mit Daten aus der Online-Welt und stellt diese Agenturen oder Unternehmen für Targetingzwecke zur Verfügung.

Data Management Plattformen (DMP) sind nicht neu. Sie bildeten sich in den vergangenen Jahren parallel zum Einsatz von Demand-Side-Plattformen heraus. Data Management Plattformen bieten eine Lösung an, mit der Nutzerdaten zentral gesammelt, ergänzt, segmentiert und für Targeting im automatisierten Echtzeithandel von Display-Werbung genutzt werden können.

(Quelle: Schober)
Den Kern des Capaneo Data Driver von Schober bildet eine Unique-Cookie-Datenbank. In diese Datenbank fließen mehrere Arten von Daten ein: 1) die von Schober bisher gesammelten Offline-Daten zu Personen, 2) Daten, die von Schober-Partnern gesammelt werden, sowie 3)  Daten zum Online-Verhalten von Nutzern. Alle Daten werden verschlüsselt oder anonymisiert, so dass sie laut Schober nicht auf bestimmte Personen rückführbar sind. "Die Data Management Plattform enthält rund 108 Millionen Unique Cookies für den deutschen Markt", sagt Katrin Meier, Senior Consultant bei der Schober Marketing Group. Die Cookies beziehen sich nicht auf die Konsumenten selbst, sondern auf die einzelnen Devices, die sie nutzen. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Person mit verschiedenen Cookies, zum Beispiel eines auf dem Notebook und eines auf dem Tablet, markiert wird.

Mit der neuen Lösung von Schober können Agenturen oder Unternehmen ihre eigenen First-Party-Daten verwalten und sie mit Daten von Schober oder den sogenannten "Touchpoint-Partnern" abgleichen. Durch solche "Matching"-Verfahren wird ermittelt, welche Kunden sowohl online als auch offline bekannt sind und für welche Produkte oder Dienstleistungen sie sich besonders interessieren.
Touchpoint-Partner sind Datenlieferanten, beispielsweise Online-Shops, die die Aktivitäten ihrer registrierten Kunden oder Nutzer anonymisiert an Schober liefern. Über das Online-Surfverhalten, das über Cookies und digitales Fingerprinting erfasst wird, können Zielgruppen genauer eingeteilt werden. Dadurch sei eine sehr gezielte und stark individualisierbare Bildung von werberelevanten Zielgruppen möglich, so Schober.
Die Daten werden im nächsten Schritt für die Aussteuerung von Display-Werbung eingesetzt. Der Data Driver funktioniert als eigenständige Plattform und ist an die Demand-Side-Plattformen von Turn, Appnexus und Active Agent angeschlossen. Weitere wie Mediamath, Doubleclick und Adform werden folgen. Er kann auch an die eigene Webseite angeschlossen werden, um die Besucher zu erkennen oder sie Nutzerprofilen zuzuordnen.
Das datengetriebene Online-Marketing gewinnt an Bedeutung und mit ihm die Rolle von Data Management Plattformen. Viele Adserver-Anbieter entwickeln sich zu Data-Management-Plattformen weiter oder integrieren diese Funktion, zum Beispiel Adform. Adform hat kürzlich eine DMP vorgestellt. Das US-Unternehmen Acxiom hatte im September 2013 die Lösung "Audience Operating System" (AOS) auf den Markt gebracht, mit der werbungtreibende Unternehmen ihre eigenen Kundendaten verwalten und mit Drittdaten anreichern können.



Das könnte Sie auch interessieren