Datenschutzgrundverordnung 04.12.2017, 08:03 Uhr

IAB Europe entwickelt "Einwilligungsmechanismus"

Der Branchenverband IAB Europe hat einen "Einwilligungsmechanismus" angekündigt, der das Opt-in entlang der Werbeauslieferungskette übermittelt. An der Entwicklung sind mehrere Adtech-Dienstleister beteiligt.
(Quelle: Screenshot)
Die europäische digitale Werbeindus­trie arbeitet an einer gemeinsamen technischen Lösung, um den rechtlichen Vorgaben der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu entsprechen. Das Interactive Advertising Bureau (IAB) Europe hat einen "Einwilligungsmechanismus" angekündigt, der es Webseitenbetreibern, Werbungtreibenden und deren Werbetechnologiepartnern ermöglichen soll, Nutzern mitzuteilen, wofür ihre Daten verwendet werden.
Zudem holt die Lösung die ­Zustimmung ("Opt-in") von Nutzern ein und dokumentiert die Entscheidung. Die Lösung, die keinen griffigen Namen hat und als "Industry Consent Mechanism" ­bezeichnet wird, soll die Entscheidung des Nutzers entlang der gesamten Auslieferungskette mittransportieren, damit alle beteiligten Technologieanbieter rechtlich auf der sicheren Seite sind.
Erfahrung mit der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene hat die digitale Werbeindustrie bei der Selbstverpflichtung für Online Behavioral Advertising (OBA) gesammelt. 2012 wurde dafür die EDAA (European Interactive Digital Advertising Alliance) gegründet, um die Opt-out-Plattform Youronlinechoices.eu anzubieten.

IAB Europe hofft auf breite Beteiligung

Die Übergangsfrist für das neue europaweit gültige Datenschutzgesetz endet im Mai 2018. Ab diesem Zeitpunkt drohen Geldstrafen, wenn Unternehmen gegen die Vorgaben verstoßen. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass Unternehmen die Zustimmung der Nutzer einholen müssen, sofern sie deren Daten verwenden. Der Branchenverband hat den Industry Consent Mechanism gemeinsam mit Adroll, Appnexus, Comscore, Index Exchange, Mediamath und anderen Adtech-Dienstleistern entwickelt. Die Kosten dafür werden von den Mitgliedern des Verbands ­getragen. Die an der Auslieferungskette beteiligten Tech-Unternehmen haben ein großes Interesse an einer Zustimmungslösung, weil ihre Geschäftsmodelle auf Datenauswertung beziehungsweise Targeting basieren. Auch für Publisher, die auf Werbeeinnahmen setzen, ist das Einholen des Nutzer-Opt-ins wichtig. Das IAB Europe hofft auf eine breite Beteiligung der digitalen Werbeindustrie.
Für Publisher und Werbungtreibende wird die Open-Source-Technologie in den meisten Fällen kostenlos sein, teilt Matthias Matthiesen, Senior Manager Privacy & Public Policy beim IAB Europe, mit. Die Lösung soll auf mobilen Geräten genauso funktionieren wie auf Desktops. Unternehmen können damit Nutzer um eine umfassende oder eine dienstespezifische Zustimmung bitten. Matthiesen geht davon aus, dass die Lösung ab Februar 2018 zur Verfügung stehen wird, sodass Publisher und Werbungtreibende sie noch vor Mai 2018 implementieren können. Updates gibt es unter www.advertisingconsent.eu.



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