Große Unsicherheiten 18.02.2019, 09:33 Uhr

So weit ist Künstliche Intelligenz in Deutschland wirklich

Die Meinungen über Künstliche Intelligenz gehen auseinander. Sie reichen von "Schreckensszenario" bis zu "Hoffnungsträger". Vor allem die Industrie setzt Erwartungen in einen Markt, der - zumindest in Deutschland - noch in den Kinderschuhen steckt.
(Quelle: shutterstock.com/chombosan)
Wir tragen sie längst in der Hosentasche mit uns rum oder haben sie im Wohnzimmer stehen - Millionen Bundesbürger haben bereits jeden Tag Kontakt zu Künstlicher Intelligenz, wenn auch nur durch Siri im Telefon oder den Sprachassistenten Alexa.
Doch die Unsicherheit ist groß: Vom Schreckensszenario "Maschinen übernehmen die Welt" bis hin zur Angst um Arbeitsplätze. Zugleich gewinnt Künstliche Intelligenz in fast allen Lebensbereichen rasant an Bedeutung. Vor allem die Industrie setzt große Hoffnungen in einen Markt, der - zumindest in Deutschland - vielfach noch in den Kinderschuhen steckt.

"Schlüsseltechnologie" Künstliche Intelligenz

KI ist ein Überbegriff - für unterschiedliche Maschinen und Programme, die ähnlich wie Menschen selbstständig lernen, urteilen und Probleme lösen können. Computer lernen, indem sie gewaltige Datenmengen auswerten. Ausgefeilte Algorithmen können in Bildern, Texten oder gesprochener Sprache Muster erkennen, anhand dieser Ereignisse vorhersagen und Entscheidungen treffen.
So können sie inzwischen sogar auch Emotionen in menschlichen Gesichtern erkennen, zu eigenen Emotionen, Mitgefühl und echter Kreativität sind sie aber (noch) nicht fähig.

Künstliche Intelligenz im Alltag

Lernende Systeme stecken nicht nur in der Spracherkennung von Apple und Amazon. Es gibt einen Google-Assistenten, der - deutlich authentischer als Siri und Alexa - Friseurtermine buchen kann. Auch, dass Handys Fotos nach bestimmten Merkmalen anzeigen - etwa alle mit Autos oder Palmen oder bestimmten Personen - liegt an Künstlicher Intelligenz. In Rasenmäher- oder Staubsaugerrobotern ist sie ebenfalls verbaut. In modernen Autos lassen sich Navigation, Telefon und Klimaanlage dank KI über die Sprache und teils sogar über Gesten steuern, auch in Einpark- und Spurhalteassistenten steckt Künstliche Intelligenz.

KI in Wirtschaft und Forschung

In der Medizin soll KI bei der Früherkennung von Krebs unterstützen, Roboter führen Teile von Operationen schon jetzt wesentlich präziser durch als ein Chirurg. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz arbeitet unter anderem an Exoskeletten, die zum einen an unzugänglichen Orten wie in Tiefsee oder Weltraum eingesetzt werden könnten, die aber auch Pflegekräften die körperlich anstrengende Arbeit erleichtern sollen.

Die lernenden Algorithmen sollen auch den Finanzmarkt erobern und die Aktienauswahl von Fonds steuern. In der Landwirtschaft arbeiten die Wissenschaftler an Systemen, die erkennen, ob Kartoffeln von Krankheiten befallen sind - der Einsatz von Fungiziden soll dadurch deutlich reduziert werden. Wohl bekanntester Einsatzbereich ist autonomes Fahren. KI muss dafür nicht nur Stoppschilder erkennen, sondern Gefahren vorhersehen - zum Beispiel antizipieren, dass einem Ball, der zwischen parkenden Autos auf die Straße rollt, ein Kind hinterlaufen könnte.



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