So geht der Umzug auf das neue Magento 2

Schritte auf dem Migrationsweg

(Quelle: Netz98)
Die Migration einer auf Magento-1.x-basierenden E-Commerce Plattform auf die aktuelle Version ist ein komplexer Vorgang, der vorab eine intensive Planungs- und Analysephase erfordert.
  • Zuerst müssen individuelle Anpassungen und Modifikationen innerhalb der aktuellen Magento-1.x-Plattform identifiziert und analysiert werden. Dabei sollte auch gleich eine Dokumentation der bisherigen Funktionen und Prozesse erstellt werden. Diese dient während und nach der Migration als Blaupause und Prüfprotokoll.
  • Aufgrund der fehlenden Abwärtskompatibilität müssen nun im nächsten Schritt sowohl die Magento-Module (Extensions) wie auch das Magento-Design (Themes) portiert werden (3. Schritt in der Grafik). Auch wenn es hierfür semiautomatisierte Prozesse gibt, ist dieser Punkt letztendlich der größte Aufwandstreiber innerhalb einer Magento-2-Migration. Je höher der Individualisierungsgrad, umso größer der zeitliche Bedarf. 
  • Nach dem Start der Migration werden alle innerhalb des Backends ausführbaren Tätigkeiten eingestellt. Dazu zählen unter anderem die Artikelanlage, das Bearbeiten von Bestellungen etc.
  • Durch die Aktivierung des Wartungsmodus (Schritt 6 in der Grafik) wird darüber hinaus sichergestellt, dass weder Kunden im Frontend noch Mitarbeiter im Backend Daten erzeugen und Aktionen ausführen können.
  • Nach einer erfolgreichen Sicherung der Datenbank und des Dateisystems kann mit dem Deployment der Magento-2-Dateien begonnen werden. Danach folgt die Umzug der Magento-1.x-Datenbank auf die Magento-2.x-Struktur.

Was kann, was muss migriert werden?

Im Gegensatz zu vorherigen Magento-Updates ist der Umstieg auf Magento 2 meist mit einem höheren Aufwand verbunden. Dieser Aufwand entsteht speziell bei den Individualisierungen. Je größer der Customizing-Anteil, die Eingriffe in den Core und je unsauberer die Programmierung beziehungsweise je komplexer die Verschachtelung, umso höher ist der manuelle Anpassungsaufwand.
Eine Migration von Magento 1 auf die neue Version umfasst zwei große Bereiche. Einerseits gibt es Daten, die relativ einfach automatisiert übernommen werden können. Grob gesagt handelt es sich dabei um Artikelinformationen, Kategorien oder auch Kunden. Auf der anderen Seite gibt es Bestandteile des Shops, bei denen von Entwicklern Handarbeit gefordert wird, da komplexe Module und Designs nicht einfach zu 100 Prozent automatisiert übernommen werden können.

Produkt- und Kundendaten sowie Systemeinstellungen

Artikelinformationen, Kategorien oder auch ganz allgemein Systemeinstellungen sind in der Datenbank gespeichert. Da Magento 2 eine veränderte Datenbankstruktur besitzt, ist eine Migration der bisherigen Daten in die neue Struktur nötig. Magento stellt für diesen Schritt ein Datenmigrationstool zur Verfügung, sprich ein Werkzeug, welches bei der Transformation der Inhalte unterstützt. Dieser Schritt lässt sich zum großen Teil automatisiert durchführen, auch wenn eine abschließende manuelle Prüfung, ob die Daten korrekt übernommen wurden, unerlässlich ist. Kommen die Produkt- und Kundendaten aus einem CRM- oder ERP-System, besteht gegebenenfalls auch die Möglichkeit eines Imports aus den externen Systemen. In einem solchen Fall könnte man bei Magento 2 auch mit einer „nackten“ Datenbank das Projekt beginnen.

Design & Optik

Jeder Online-Shop besitzt in der Regel ein individuelles, auf die Corporate-Identity abgestimmtes Design. Wie bei den Daten muss auch das Design, welches in der Regel aus Javascript-, CSS-, XML- PHP- und HTML-Dateien besteht, in eine neue Struktur überführt werden. Bei Magento 2 hat sich nicht nur die Verzeichnisstruktur und somit die Zugehörigkeit von Dateien zu bestimmten Verzeichnissen geändert. Auch gibt es, rein von der technischen Seite betrachtet, moderne Möglichkeit bei der Entwicklung bestimmter Komponenten. Bei der Entwicklung von CSS-Dateien greift man in Magento 2 künftig auf LESS zurück, bei Javascript-Komponenten kann man jQuery als Framework nutzen.
 
Neben der strukturellen Arbeit gilt es, bei der Migration die neuen Magento-2-Coding-Standards zu erfüllen und auf besagte neue Technologien zu setzen. Aufgrund der damit verbundenen Komplexität ist eine automatisierte Migration des Designs beziehungsweise Templates nicht möglich.



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