Meet Magento in Leipzig 03.06.2019, 15:30 Uhr

Magento: Progressive Web Apps als strategischer Schwerpunkt

Die deutsche "Meet Magento" feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Peter Sheldon von Magento berichtete in seiner Keynote, welche Neuigkeiten es bei der Shopsoftware gibt und welche Vorteile es für Magento hat, jetzt Teil des Adobe-Konzerns zu sein.
(Quelle: Congress Center Leipzig )
Er habe ja schon bei vielen Veranstaltungen gesprochen, zum Beispiel in schottischen Burgen oder in langweiligen Konferenzsälen in Hotels, aber noch nie in einem Zoo. Mit diesem Kompliment an den Veranstaltungsort der "Meet Magento 2019" stieg der Keynote-Speaker Peter Sheldon, Senior Director Strategy & Growth bei Magento, in seinen Vortrag ein. Die Kongresshalle am Zoo in Leipzig befindet sich direkt vor den Grünanlagen des Tierparks. Innen stellen Tier- und Pflanzenmotive in den dekorativen Stuckelementen des großen Saals die Verbindung nach draußen her.
(Quelle: INTERNET WORLD BUSINESS)
Peter Sheldon begann seinen Vortrag mit Zahlen zur E-Commerce-Entwicklung. "Die Disruptionen, die wir im digitalen Handel in den nächsten zehn Jahren sehen werden, werden uns alle in Erstaunen versetzen", ist er überzeugt.
Denn Prognosen zufolge werden rund 27 Prozent der Weltbevölkerung 2021 online einkaufen. Mobile Commerce wird sich bis 2021 sogar verdoppeln, vor allem, weil junge Leute so gut wie alles mit ihrem Smartphone erledigen. Und noch eine Zahl, die für das kleinteilige und vielsprachige Europa interessant sein dürfte: 2022 wird ein Fünftel des weltweiten Online-Handels grenzüberschreitend sein.

Neue Zielgruppe für die Magento-Community

Der Trend, dass selbst teure Produkte wie Autos oder Luxusgüter inzwischen online vertrieben werden, verstärke diese Entwicklung. "Wir kaufen Produkte online oder über das Smartphone, von denen wir früher nie gedacht hätten, dass wir sie mal online kaufen." Für die Magento-Community heißt das, dass sie sich eine neue Zielgruppe erschließen kann, nämlich Händler oder Marken im eher hochpreisigen Warensegment, die bislang nicht digital vertrieben haben.
Dann leitete Sheldon zu Magento über, indem er darauf hinwies, dass es fast genau ein Jahr her ist, dass Adobe Magento übernommen hat. Adobes Größe ermögliche es Magento, stärker in den Fokus von großen Unternehmen zu kommen. Mit Adobe habe Magento jetzt eine stärkere Präsenz weltweit. Während Magento als E-Commerce-Software bisher auf die Abwicklung des digitalen Verkaufs fokussiert war, könne das Unternehmen jetzt in einem größeren Kontext denken und den gesamten Prozess der Customer Journey in den Blick nehmen.

Großes Wachsum im Bereich KMU

Sheldon berichtete den Teilnehmern der Meet Magento 2019 über die Neuigkeiten, die Adobe auch bei seinem "Summit" vorgestellt hatte: Dass Magento jetzt Teil der "Adobe Experience Cloud" ist und darüber unter anderem mit Adobe Analytics integriert werden kann. Diese vorgefertigte Enterprise Solution wendet sich jedoch in erster Linie an Konzerne. Man sehe auch großes Wachsum im Bereich kleine und mittelständische Unternehmen, berichtete Sheldon. Magento werde auch weiterhin in die Roadmap für mittelständische Kunden investieren, ließ er das Publikum wissen.
Sheldon beschrieb noch einige Details der Roadmap. Für eine gute Einkaufserfahrung soll das Content-Management-System "Page Builder" sorgen, mit dem Händler alle Bilder für ihre E-Commerce-Seite verwalten können. Einen guten Teil seines Vortrags widmete Sheldon den Entwickler-Tools für Progressive Web Apps (PWA). "Progressive Web Apps sind die Zukunft des Web, aus Käufersicht sind sie eine starke Verbesserung", betont Sheldon.
Für Magento sei der Fokus auf Progressive Web Apps ein strategischer Schwerpunkt. "Für mich ist das die aufregendste Veränderung unserer Plattform. Viele unserer Lösungspartner arbeiten an Progressive Web Apps", hebt Sheldon hervor und fordert die Zuhörerinnen und Zuhörer auf: "Schaut Euch das PWA Studio an, probiert es aus, und gebt uns Feedback."

Integrationen mit Amazon und Google Shopping Ads

Sheldon stellte auch die neuen Integrationen von Magento mit dem Amazon-Marktplatz ("Amazon Sales Channel") und mit Google Shopping Ads vor ("Google Shopping Ads Channel"). Mehr dazu gibt es in der aktuellen Print-Ausgabe von INTERNET WORLD BUSINESS.
Bei diesen beiden Kanälen soll es nicht bleiben, da so viele Plattformen "shoppable" werden, zum Beispiel Instagram und Facebook. Shoppable heißt, dass Nutzer dort auch einkaufen können. Deshalb werde Magento in nächster Zeit auch andere Marktplätze integrieren.
Die Trennung des Shop Frontends vom Backend sei das maßgebliche Thema für 2019. Im kommenden Jahr 2020 werden cloud-native Services im Fokus stehen. Es werde bestimmte Dienste geben, bei denen die Applikation aus der Cloud ausgeliefert wird. Ein Beispiel dafür sei der Amazon Sales Channel.
Und natürlich darf bei einem Vortrag von Magento, das jetzt zu Adobe gehört, auch der Hinweis auf "Sensei" nicht fehlen. Sensei ist Adobes Machine-Learning-Technologie. Deren Fähigkeiten werden künftig stärker mit Magento verbunden, beispielsweise um persönliche Produktempfehlungen im Shop ausspielen zu können.
Die Konferenz "Meet Magento" wurde in diesem Jahr erstmalig von der E-Commerce- und Digitalagentur Techdivision GmbH veranstaltet.
(Quelle: INTERNET WORLD BUSINESS)



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