27.11.2008, 09:00 Uhr

Wie die personalisierte Suche die Suchmaschinenoptimierung beeinflusst

Mit dem Start von Search Wiki forciert Google die personalisierte Suche erneut. Was das für das Thema Suchmaschinenoptimierung bedeutet, hat Sumo-Geschäftsführer Christian Mauer zusammengefasst.
Über Google.com können Anwender mit einem Google-Account ab sofort in den Ergebnisseiten ihrer Suche Treffer nach oben oder unten verschieben, löschen, hinzufügen und kommentieren.Über personalisierte Dienste wie Search Wiki oder Webprotokoll werden Profile erstellt, die persönlich angepasste Suchergebnisse liefern. "Durch intelligente Verknüpfung solcher Informationen erhalten Suchdienste ein recht genaues Profil der Nutzer“, erklärt Christian Mauer, Geschäftsführer des Suchmaschinenoptimierers Sumo. Google wisse dann zum Beispiel genau, ob der Benutzer bei Eingabe von "Jaguar“ nach einem neuen Auto sucht – oder Tierliebhaber ist. Unterschiedliche Nutzer erhalten bereits heute bei Eingabe des gleichen Suchwortes unterschiedliche Ergebnisseiten. Vorreiter sind die USA und Großbritannien, wo die personalisierte Suche bereits Alltag ist. "Wir erwarten, dass das Thema im nächsten Jahr auch in Deutschland enorm an Bedeutung gewinnen wird“, schätzt Mauer.
Spätestens dann müssen sich Internet-Professionals auch mit den Auswirkungen auseinandersetzen: "Für manche große Website wie Portale oder Shopping-Plattformen könnte die Personalisierung zunächst einen Besucherrückgang bedeuten“, glaubt Christian Mauer. Die User klicken gerne auf solche Seiten, da sie in den Trefferlisten weit oben stehen. Dazu müssen sie für viele Suchbegriffe besonders suchmaschinenfreundlich programmiert sein. Thematisch passen eventuell kleinere Seiten aber besser. Dank Personalisierung der Suche können solche Seiten künftig nach oben rutschen.
"Mancherorts wird daher schon das Ende der Suchmaschinenoptimierung prophezeit“, hat Mauer beobachtet. "Aber auch in Zukunft müssen Webseiten, egal ob großes Portal oder Nischenwebsite, suchmaschinenfreundlich gestaltet sein. Auch eine besonders ausgeklügelte Personalisierung nutzt nichts, wenn die Website im Google-Kosmos unentdeckt bleibt.“ Vielmehr werde SEO damit auch für Seiten interessant, wo es bislang mangels Erfolgsaussichten gar keinen Sinn gemacht hatte zu optimieren. Da die Surfer künftig viel schneller auf passenden Seiten landen, wird zudem insgesamt die Conversion Rate steigen; statt vieler Besucher werden künftig die richtigen Besucher kommen.
Kopfzerbrechen dürfte eher ein anderes Thema bereiten: die Abrechnung. "Eventuell muss die Branche über neue Abrechnungsmodelle nachdenken“, glaubt Mauer. "Denn wenn jeder User ein anderes Suchergebnis erhält, ist es schwieriger, den Erfolg der Optimierung zu messen. Eine Abrechnung nach erzielten Platzierungen in den Suchdiensten könnte schwieriger werden.“



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