Digitalisierter PoS: Mehr als nur ein stationärer Laden

Vivobarefoot: Kundendialog über interaktives Schaufenster

Einen anderen Weg geht das Unternehmen European Online Distribution EOD, das unter anderem den Online Shop und 13 Filialen für den Barfußschuh-Hersteller Vivobarefoot betreibt. "Da wir aus der Online-Welt kommen, sind unsere Prozesse schon stark online geprägt", erklärt EOD-Marketingleiter Steffen Hausch, "Wir bemühen uns daher, Multichannel zu leben, indem wir mithilfe neuer Technologien aus einer klassischen One-Way-Kommunikation in einen echten Dialog mit dem Kunden gehen."
Das Mittel dazu: ein interaktives Schaufenster. Seit September ziert es den Vivobarefoot-Store in der Kölner Innenstadt, seit einigen Tagen auch die Filiale in Freiburg. Das Ziel ist, eben nicht nur Schuhe im Schaufenster auszustellen, sondern mit potenziellen Kunden zu interagieren, sie neugierig zu machen und auch in die Filiale zu locken."Für manche Kunden ist die Hemmschwelle, in den Laden zu kommen, recht hoch", so Hausch. "Daher ­geben wir ihnen die Möglichkeit, sich vor Ort, aber unabhängig von Verkäufern erst einmal unverbindlich zu informieren."

Rund 9.000 Seitenaufrufe pro Monat

In Köln ist das interaktive Schaufenster bis auf die frühen Morgenstunden immer in Betrieb, in Freiburg nur nach Ladenschluss. Zu sehen sind verschiedene Themenwelten, die im Magazincharakter die einzelnen Kollektionen der Barfußschuhe präsentieren. Dazu kommen Informationen zur Herstellung der Schuhe, zur Lauftechnik und zu den Vorteilen des Schuhwerks. In Köln verzeichnet EOD seit dem Start des Schaufensters rund 9.000 Seitenaufrufe pro Monat. Verkauft wurde über den Screen bisher "nicht viel", wie Hausch einräumt, "auch wenn das Bestellen völlig problemlos funktioniert".
In den beiden Filialen kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz: In Köln ist es ein Lasergitter, das auf die Scheibe projiziert wird und sie zu einem Touch-Display macht. In Freiburg erfüllt eine Hologramm-Folie diesen Zweck. Grund für die verschiedenen Vorgehensweisen sind unterschiedliche Lichtverhältnisse und Größen der Scheiben. Technologische Basis für das interaktive Schaufenster ist die Lösung "Poseidon ­Digital" der Talihu GmbH. Sie ist über ­eine vorgefertigte Schnittstelle mit dem Shop-System Oxid eSales verknüpft, auf dem der Vivobarefoot-Webshop läuft.
Zu den genauen Kosten will Hausch nichts verraten - nur so viel: Für das Komplettpaket, bestehend aus der gemieteten Hardware, der Software-Lizenz und der individuellen Einrichtung vor Ort, wird eine pauschale Monatsgebühr fällig.

Hochauflösende Bilder sind Pflicht

Zu den größten Herausforderungen bei der Einrichtung und dem Betrieb des Fenster-Screens gehörten laut Hausch die Bereitstellung von hochaufgelöstem Bildmaterial und die Konzeption der Themenwelten. "Wir nutzen das Schaufenster ­gezielt als Kampagnen-Screen, das Verkaufen selbst steht gar nicht so sehr im Mittelpunkt", betont Hausch. Daher spielt er auch gezielte Aufforderungen wie "Jetzt einen Beratungstermin ausmachen" auf dem Screen aus.
Von Services wie Click & Collect oder Click & Return hält er übrigens nicht viel. Tests hätten ergeben, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen stehe, so Hausch.



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