Entwicklungen im Payment 15.08.2017, 14:00 Uhr

Service Provider werden zu Technologie-Lieferanten

Den Kinderschuhen entwachsen: Seit 18 Jahren beschäftigt sich Wirecard mit Bezahllösungen. Die Entwicklung des Payment Service Providers zum Technologie-Konzern spiegelt die Reifung des E-Commerce-Markts wider.
(Quelle: Wirecard)
Wir schreiben das Jahr 1999. In Umfragen geben mutige Internet-Surfer an, Bücher, CDs, Konzert- oder Flugtickets im Internet zu kaufen. Die meisten Nutzer schrecken jedoch vor Online-Shopping zurück, vor allem das Bezahlen der bestellten Ware macht ihnen Angst. Kein Wunder, sind doch die Überweisung vor der Lieferung der Ware oder die Kreditkarte in der Regel die einzigen angebotenen Payment-Verfahren. Payment Service Provider, also Dienstleister, die Shop-Betreiber bei der Zahlungsabwicklung unterstützen, gibt es noch nicht viele. Einer der Pioniere ist die Infogenie AG, 1999 in München gegründet und seit 2005 unter dem Namen Wirecard AG im Markt vertreten.
Angetreten ist das Unternehmen damals als Payment Service Provider, der Lösungen zur Erleichterung der Einbindung und zur Abwicklung verschiedener Bezahlverfahren in Online-Shops anbietet. Im Fokus stand in den ersten Jahren die Reisebranche, waren doch die Fluggesellschaften seit jeher Treiber in Sachen Online-Buchung und E-Tickets.

Mit PayPal verändert sich die Payment-Landschaft

In den Folgejahren kommt der E-Commerce langsam in Fahrt: Immer mehr Webshops entstehen, die Surfer gewinnen langsam an Vertrauen. 2004 betritt PayPal den deutschen Markt, ein Jahr später ­erfolgt die Gründung von Sofortüberweisung. Bezahlen wird komfortabler und in der Wahrnehmung vieler Shopper auch ­sicherer. Damit steigt die Nachfrage der Händler nach Payment-Dienstleistungen.
Heute ist die Geschäftssparte "Consumer Goods", in der Wirecard seine Angebote für Webshop-Betreiber und stationäre Händler bündelt, das wichtigste Standbein des Unternehmens. Nahezu die Hälfte des Konzernumsatzes erzielt die seit 2005 börsennotierte AG in diesem Bereich. Ein Viertel entfällt auf Anbieter digitaler Güter und Services, ein knappes Fünftel trägt die Reisebranche noch zum Umsatz bei. Der Rest verteilt sich auf Randbereiche.

Der stationäre Handel rückt in den Fokus

Die größte Kundengruppe sind ganz klar noch immer die Online-Händler. Doch seit drei, vier Jahren hat Wirecard zunehmend auch den stationären Handel im Fokus - ­eine Reaktion auf die wachsende Bedeutung des Omnichannel-Handels und die sich daraus neu ergebenden Geschäftsfelder für den Dienstleister. "Wir fragen uns immer wieder: Was will der Kunde als Nächstes? Und wie können wir ihm helfen, mehr Umsatz zu generieren?", erklärt ­Markus Eichinger, Executive Vice President Global Product Strategy bei der Wirecard AG.
Für den stationären Handel sieht Eichinger die "Elektronifizierung des Point of Sale" als die große Herausforderung der kommenden Jahre. Dabei geht es nicht nur um eine Internet-Anbindung der Kassensys­teme, sondern um die Schaffung offener Schnittstellen, die völlig neue Optionen zum Bezahlen und für begleitende Mehrwertservices bieten. Das Smartphone ist der entsprechende Kundenkanal dafür.




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