Payment News KW 36 03.09.2018, 14:45 Uhr

Pleitewelle bei Fintechs

Pleitewelle bei Fintechs: Cringle, Lendstar und Wonga insolvent / Breite Preisspanne bei Instant Payment / Stablecoins sollen Krytogeld stabiler machen
(Quelle: shutterstock.com/mirtmirt)
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News

Payment-Start-up Cringle meldet Insolvenz an: Das 2014 gegründete und auf Peer-to-Peer-Zahlungen spezialisierte Unternehmen Cringle ist pleite. Der Betrieb soll aber vorerst uneingeschränkt weiterlaufen. Die App hatte im August letzten Jahres 75.000 Nutzer. Für eine geplante Wachstumsfinanzierung fanden sich keine Investoren, weil sie die starke Konkurrenz von Wettbewerbern wie Google und Apple fürchteten. Größter Konkurrent bei den Zahlungen zwischen Freunden ist Paypal. >>> Gründerszene. de >>> Finletter.de 
Auch Lendstar stellt Insolvenzantrag: Auch dem Payment-Start-up Lendstar geht das Geld aus. Nur wenige Tage nach Cringle musste das 2013 in München gegründete und ebenfalls auf Peer-to-Peer-Zahlungen spezialisierte Unternehmen Insolvenz anmelden, weil sich kein Käufer fand. Das erreichte Wachstum habe nicht ausgereicht, um Lendstar nachhaltig profitabel aufzustellen, begründete Mitgründer und CEO Christopher Kampshoff den Schritt. Nun sucht das Start-up, das nach einem Auftritt in der TV-Sendung "Die Höhle der Löwen" ein Investment von Jochen Schweitzer erhielt, weiter nach einem Käufer. >>> Gründerszene.de >>> Finletter.de    
Britisches Fintech Wonga ebenfalls pleite: Auch das britische Vorzeige-Fintech Wonga geht in die Insolvenz. Die 2007 gegründete Kreditplattform geriet 2014 ins Visier der britischen Finanzaufsichtsbehörde FCA. Der Regulierer zwang Wonga, mehr als 200 Millionen Pfund an unfairen Krediten abzuschreiben und setzt zudem eine Obergrenze für Kreditzinsenauf maximal 100 Prozent der Kreditsumme  fest. Die Zinsen, die Wonga für seine Kurzzeitkredite verlangte, betrugen aufs Jahr gerechnet bis zu 4.000 Prozent. >>> TheGuardian.com >>> Handelsblatt.de
Macht es im Paypal-Zeitalter noch Sinn, ein deutsches Payment-Start-up zu gründen? Diese Frage stellt angesichts der Pleiten der Finanzjournalist Heinz-Roger Dohms. Er belegt, dass es durchaus erfolgreiche deutsche Payment-Start-ups gebe, die meisten stammten jedoch aus dem B2B- und nicht aus dem B2C-Umfeld. Und sie sind allesamt vor dem Beginn  des Fintech-Hypes entstanden. >>> Finanz-Szene.de
Neues Inkasso-Fintech Troy gestartet: Mit Methoden aus dem Marketing, dem Customer-Relationship-Management und Machine Learning will das Start-up Troy Inkasso-Prozesse verbessern. Ziel sei,  neben der Realisierung der Forderungen eine gute Kundenbeziehung zu erhalten. Daher liegt das Hauptaugenmerk auf einer freundlichen  Kundenansprache. Im  Mai dieses Jahres konnte Troy eine siebenstellige Finanzierungsrunde abschließen. >>> IT-Finanzmagazin.de
Breite Preisspanne bei Echtzeitüberweisungen: Die Sparkassen sowie weitere 20 Privat- und Landesbanken bieten seit einigen Wochen Instant Payments an. Die Preise für die Überweisungen in Echtzeit variieren deutlich und liegen nach einer Untersuchung von Konto.org zwischen 0 Euro und 4,95 je Transaktion. Privatkunden zahlen in der Regel bis zu 0,50 Euro, Geschäftskunden bis zu 1,00 Euro. >>> Konto.org  >>> Cash-Online.de
Blockchain wird zum Betriebssystem der Wirtschaft: Davon zeigte sich jedenfalls Commerzbank-Chef Martin Zielke auf dem jüngsten Banken-Gipfel überzeugt. Und er steht mit dieser Meinung nicht allein da: Edward Budd, vormals Chief Digital Officer der Deutschen Bank und jetzt beim Fintech Consensys, glaubt, dass in fünf bis zehn Jahren 20 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung über die Blockchain abgewickelt werden. Eine einzelne Killerapplikation sehen die Blockchain-Visionäre jedoch nicht. >>> Handelsblatt.de
Bitcoin 2.0 für mehr Kursstabilität: Der Bitcoin sorgt immer wieder durch seine hohen Kursschwankungen für Schlagzeilen und macht ihn für Händler zu einer kritischen Währung. Abhilfe schaffen sollen sogenannte „Stablecoins“.  Sie wollen meist eine traditionelle Währung wie etwa den US-Dollar eins zu eins abbilden und so Währungsrisiken ausschalten. >>> Handelsblatt.de >>> BTC-Echo.de
 

Kurz notiert


  • Die Kreditplattform Auxmoney denkt offenbar über einen Börsengang nach. >>> Finance-Magazin.de
  • Amazon Pay kauft das indische Payment-Unternehmen Tapzo. >>> Tamebay.com
  • Paymill bietet mit Paymill Lab jungen Unternehmen Platz in den eigenen Büroräumen und Nutzung der Services an. >>> per Mail

Schon gewusst …?

Google kauft Payment-Daten von Mastercard: Google hat in den USA Transaktionsdaten der Kreditkartenfirma Mastercard gekauft, um nachzuprüfen, ob Online-Werbung zum Kauf in stationären Läden führt. Ausgewählten Werbekunden gewährte Google Zugriff auf diese Analysen. Die Daten-Kooperation zwischen Google und Mastercard wurde nie öffentlich bekannt gegeben, auch die Mastercard-Nutzer wussten nichts davon, berichtet Bloomberg. >>> Pymnts.com



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