Deutschlandstart 07.09.2018, 09:07 Uhr

Payment-Lösung Trustly drängt auf den Markt

Ein weiteres Bezahlverfahren will auf dem deutschen Payment-Markt Fuß fassen: Der schwedische Payment-Anbieter Trustly hat in Köln ein eigenes Büro eröffnet.
(Quelle: Trustly )
Ein weiteres Bezahlverfahren will auf dem deutschen Payment-Markt Fuß fassen: Der schwedische Payment-Anbieter Trustly hat in Köln ein eigenes Büro eröffnet und baut dort ein Vertriebsteam für Deutschland und Österreich auf. An der Spitze steht als General Manager für die DACH-Region Hans Hoffmann. 
Hoffmann kennt sich im deutschen Payment-Markt aus: Er war zuletzt bei Klarna für das Partner-Management zuständig, zuvor verantwortete er Teile der Internationalisierung der Klarna-Tochter Sofort, Anbieter von Sofortüberweisung. Bei Trustly unterstützt ihn derzeit ein vierköpfiges Team, insgesamt soll die Mannschaft auf zehn Mitarbeiter anwachsen. Gegründet wurde Trustly 2008 in Stockholm. 
Trustly bietet ein Online-Überweisungsverfahren an, das in der Funktionalität mit Sofortüberweisung und Giropay vergleichbar ist. Seine Alleinstellungsmerkmale gegenüber diesen Wettbewerbern sieht Trustly unter anderem in seiner internationalen Ausrichtung und einer Rückzahlungs-Funktion. 

Interview mit Hans Hoffmann 

Im Interview erklärt Hans Hoffmann, General Manager für die DACH-Region, wie sich Trustly auf dem deutschen Markt positionieren will.
Warum eröffnet Trustly eine Niederlassung in Deutschland?
Hans Hoffmann:
Deutschland ist der zweitgrößte E-Commerce-Markt für B2C in Europa. Wir bieten unseren internationalen Kunden seit Jahren sehr gute Produkte. Die Vorteile von Trustly möchten wir jetzt im deutschsprachigen Raum noch bekannter machen. Dafür ist ein eigenes Team vor Ort letztlich unabdingbar.
Welche Alleinstellungsmerkmale haben Sie gegenüber Wettbewerbern wie Sofort und Giropay?
Hoffmann:
Im Vergleich zum Wettbewerb ist Trustly ist ein reguliertes Zahlungsinstitut und besitzt eine Zulassung als europäischer Zahlungsdienstleister. Trustly kann daher das Geld für die Händler empfangen, den Zahlungseingang kontrollieren und auch die Auszahlungen vornehmen, zum Beispiel für die Gutschriften nach einer Retoure. Das funktioniert mit Trustly international. Aktuell bieten wir 29 europäische Länder mit den dazugehörigen Währungen und deren Umrechnung an. Das entspricht über 3.000 Banken rund 400 Millionen europäischen Online-Banking-Kunden. Und Trustly unterstützt Händler bei Ihrer internationalen Expansion, insbesondere auch durch die hohe Geschwindigkeit der Transaktionen.

Was bedeutet das konkret?
Hoffmann:
Wir verfolgen schon seit Jahren einen Instant-Ansatz, um die Abwicklung der Transaktionen, auch international, nahezu in Echtzeit durchzuführen. Wir haben dafür unsere Empfangskonten so in der internationalen Bankenlandschaft verteilt, dass ein Großteil der Transaktionen Interbanken-Transaktionen sind. Je nach Region laufen bis zu 90 Prozent der Überweisungen schon heute instant ab. Das erhöht die Kundenzufriedenheit: Auch die Auszahlung ist im Bestfall instant auf dem Bankkonto des Online-Shoppers, spätestens am nächsten Bankarbeitstag.
Was kostet den Händler die Nutzung von Trustly?
Hoffmann:
Wir haben keine offizielle Preisstruktur. Sie können uns aber bei den günstigen Preisen der direkten Wettbewerbern einsortieren. Die Preise unserer Produkte sind markt- und wettbewerbsgerecht.
 
Wie wollen Sie Shop-Betreiber für sich gewinnen?
Hoffmann:
Zum einen gewinnen wir zunehmend Bestandskunden, die uns bereits in anderen Ländern einsetzen, dafür Trustly auch in Deutschland und Österreich anzubieten. Das sind beispielsweise deutsche Händler, die aktuell mit Trustly in den Nordics verkaufen oder auch ausländische Anbieter, die auch den deutschen Markt adressieren etwa im Travel-Bereich. Außerdem arbeiten wir mit über 30 Partnern zusammen, darunter Payment Service Provider wie Adyen, Computop, Ingenico oder Worldpay. Die Zusammenarbeit mit den Partnern werden wir in Deutschland und Österreich weiterhin verstärken, hierfür wird gerade die Preisstruktur für die Partner überarbeitet. Darüber hinaus bemühen wir uns natürlich darum, attraktive Händler als Neukunden zu gewinnen, dafür auch das lokale Salesteam.
Was ist Ihr Ziel: Wie viele Händler möchten Sie bis Ende 2019 in Deutschland zur Ihren Kunden zählen?
Hoffmann:
Ich habe eher die Anzahl der Transaktionen in der Region als die der Händler im Blick. Und die könnte im kommenden Jahr im deutschsprachigen Raum im zweistelligen Millionen-Bereich liegen.



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