So bereiten sich Online-Händler optimal auf die SCA vor

Welche Lösungen für Händler gibt es?

Bis zum 14. September muss jeder Online-Händler in Europa eine Strategie zur Einhaltung der SCA-Verordnung parat haben. Mit dem Wissen, dass es eine Katastrophe wäre, einfach gar nichts zu tun, gibt es drei sinnvolle Möglichkeiten.
  1. Die erste Option ist die systematische Integration und Anwendung von 3D Secure 2 (3DS2), der von der Branche entwickelten Lösung zur Maximierung der Transaktionssicherheit und Gewährleistung einer reibungslosen Zahlung, insbesondere auf Mobilgeräten. Neben der Notwendigkeit, sich auf einen technischen Partner zu verlassen, der 3DS2 anbietet, besteht ein erhebliches Risiko, dass einige europäische Banken am 14. September 2019 nicht bereit sein werden, 3DS2 zu akzeptieren. In diesem Fall müssen Banken und Händler auf den systematischen Einsatz von 3DS1 zurückgreifen - eine Lösung, die sich nicht gut für Einkäufe per Smartphone eignet und deren Auswirkungen auf die Conversion Rate nach wie vor sehr hoch sind (durchschnittlich rund elf Prozent Umsatzrückgang laut Visa).

  2. Die zweite Möglichkeit ist es, selbst eine angepasste Zahlungsinfrastruktur zu entwickeln. Konkret müsste sich ein Händler dazu mit dem Zahlungskartennetzwerk und allen SCA-kompatiblen biometrischen Zahlungsmitteln (zum Beispiel Apple Pay, Google Pay) verbinden. Darüber hinaus müsste eine komplexe technische Infrastruktur geschaffen werden, die die SCA-Vorschriften und ihre Ausnahmen berücksichtigt und tausende potenzieller Zahlungsströme berücksichtigt, je nach Herkunftsland des Kunden, der Bank und der Zahlungsmittel.

    Diese Option ist nur sehr großen Händlern vorbehalten, da sie erhebliche Kosten verursacht (rechtlich, technisch und personell). Die Ausnahmen sind einfach zu komplex, und es wird bei über 6.000 europäischen Banken zu unterschiedlichen Auslegungen kommen. Diese Option ist schwer zu handhaben, da sie einer permanenten Überwachung der Interpretation der Akteure bedarf.

  3. Die dritte Option ist die Nutzung eines Zahlungsdienstleisters (PSP, Payment Service Provider). Das vollständige Delegieren des SCA-Managements an einen PSP verhindert, dass der Online-Händler sich selbst tief in die Regulierung einarbeiten muss, und minimiert so die finanziellen Auswirkungen. Theoretisch kennt ein moderner Zahlungsdienstleister die europäischen Gesetze, Ausnahmen und Auslegungen durch die europäischen Banken und die Kartennetzwerke genau und schlägt Zahlungslösungen vor, die mit SCA kompatibel sind (zum Beispiel Apple Pay oder Google Pay).



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