LTE-Nachfolger 28.06.2017, 12:23 Uhr

5G: Das müsst ihr über das Mobilfunknetz der Digitalisierung wissen

Der 5G-Mobilfunk soll die Digitalisierung vorantreiben. Doch es gibt noch viel zu tun. Ob sich die immensen Investitionen für den LTE-Nachfolger am Ende auszahlen, bleibt jedoch abzuwarten.
(Quelle: shutterstock.com/hasan eroglu)
Seit Einführung des digitalen Mobilfunks in Deutschland 1992 hat sich einiges getan: Statt eines klobigen Telefons führt heute mit dem Smartphone fast jeder einen kleinen Computer mit sich. Auch viele andere Geräte, sei es im Alltags- oder im Unternehmenseinsatz, kommunizieren mittlerweile per Mobilfunk.
Nun wirft ein ehrgeiziges Projekt seine Schatten voraus: Deutschland soll zum Leitmarkt für den kommenden Mobilfunkstandard 5G werden.
Quelle: Ericsson
Bis zum Jahr 2025 sollen alle Hauptverkehrswege und mindestens die 20 größten Städte in Deutschland mit 5G ausgestattet werden - das sind die Pläne von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. "5G wird zu einer digitalen Schlüsseltechnologie im Zeitalter der Vernetzung", so Dobrindt vergangenen September.
Die Vernetzung von Dingen wie Autos oder Produktionsmaschinen im Internet der Dinge (IoT) nimmt rasant zu - laut den Analysten von Gartner soll es bis zum Jahr 2020 weltweit über 20 Milliarden vernetzte IoT-Geräte geben. Andere Quellen gehen sogar von noch höheren Zahlen aus.
Hier kommt der Mobilfunkstandard 5G ins Spiel: Während der aktuelle Standard LTE/4G mit der Erweiterung LTE Advanced derzeit Übertragungsraten von bis zu 500 MBit/s schafft, künftig sollen hiermit bis zu 1 GBit/s möglich sein, verspricht 5G Datenraten von bis zu 20 GBit/s - genug Bandbreite, um die vielen vernetzten Geräte ohne Engpässe zu verbinden.
Mobilfunkstandards im Vergleich: 5G erhöht nicht nur die Datenrate auf bis zu 20 GBit/s, sondern punktet auch mit einer geringen Latenz.
(Quelle: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur)
Erst mit 5G lässt sich alles, was digitalisiert wird, auch vernetzen. Der neue Standard bildet also quasi die Grundlage für Industrie 4.0. Kein Wunder, dass 5G eines der Zauber­wörter auf dem diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona war, einer der wichtigsten Messen rund um den Mobilfunk.
Laut Eric Kuisch, Geschäftsführer Technik bei Vodafone Deutschland, nimmt die Vernetzung von Geräten aller Art gerade erst richtig Fahrt auf, hier soll 5G Engpässen vorbeugen: "5G, der Mobilfunk der Zukunft, wird Staus auf den immer wichtigeren Datenautobahnen vermeiden. 5G ist leistungsstark, superschnell und überträgt Daten in Echtzeit. Das schafft Chancen für Industrie, Straßenverkehr und Gesellschaft." Bereits heute funken weltweit über 50 Millionen Dinge im Mobilfunknetz des Anbieters Vodafone.
Die Telekommunikationsbranche gibt ordentlich Gas bei 5G. So soll der Standard nicht mehr, wie lange angenommen, erst in drei Jahren, sondern bereits 2018 verabschiedet werden. Im Jahr 2020 dürften erstmals Daten durch die neuen 5G-Netze fließen.
Eine solche Standardisierung ist zeitraubend, aber notwendig. Sie stellt sicher, dass später alle eingesetzten Netze und Endgeräte miteinander kompatibel sind, fehlerfrei kommunizieren und die versprochene 5G-Leistung auch eingehalten wird. Die Standardisierung von 5G ist besonders komplex, weil 5G im Unterschied zu den Vorgängern UMTS/3G oder LTE/4G auch umfangreiche Veränderungen der Netzwerk­infrastrukturen mit sich bringen wird.



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