Next Berlin 06.05.2014, 16:15 Uhr

Smart Wearables als Arzt-Ersatz

Das Internet der Dinge dringt in immer mehr Bereiche des menschlichen Lebens vor. Wie Smart Wearables ihre Träger zu gesünderen Menschen machen, war auch Thema auf der Next Berlin.
(Quelle: Fotolia.com/roman_malyshev )
Aza Raskin, Vice President bei Jawbone, will die Welt mit einem intelligenten Armband verbessern. Die größte soziale Ungleichheit der heutigen Zeit sieht er im Gesundheits-Bereich: Bereits im Jahr 2020 werde jedes zweite Elternteil eines kleinen Kindes in den USA an Diabetes leiden. "Die Hälfte der Welt hat Übergewicht, die andere Hälfte hungert", so Raskin.
Ein weiteres Problem im Gesundheitsbereich sei, dass medizinische Studien oftmals nur unzureichend seien - und auch auf Ärzte könne man sich nicht wirklich verlassen, da sich die meisten in ihren Meinungen widersprächen. Abhilfe gegen weitverbreitete Krankheiten wie Übergewicht, Krebs, Diabetes oder Herzprobleme könnten seiner Meinung nach tragbare Geräte wie Jawbone up schaffen. Das smarte Armband misst etwa, wie weit sein Träger gelaufen ist oder wie lange er geschlafen hat. Diese Daten könne der Besitzer analysieren lassen und so für sich nutzen: "The Internet of you" nennt es Raskin.

Verhaltensänderungen dank Armbändern

So zeige sich beispielsweise, dass Menschen die länger als sieben Stunden pro Nacht schlafen, fitter als andere sind - mit durchschnittlich nur 6,56 Stunden pro Nacht sind die Deutschen übrigens die Europäer mit dem wenigsten Schlaf. "In 20 Jahren werden Ärzte Datenwissenschaftler mit großartigen Schlafgewohnheiten sein", prognostiziert Raskin, der bereits heute Verhaltensänderungen bei den Trägern des Armbands feststellt.
Auch Cedric Hutchings, Mitgründer der Consumer-Elecronics-Firma Withings, ist überzeugt, dass smarte Geräte den Gesundheitssektor revolutionieren werden. Indem Menschen selbst Zugriff auf ihre Gesundheitsdaten haben, ändere sich das Verhältnis von Arzt und Patient: "Nicht mehr der Arzt, sondern ich selbst kümmere mich um meine Gesundheit, mithilfe des Arztes", so Hutchings. Er hat verschiedene Devices entwickelt, die Schlaf, Gewicht oder Blutdruck messen können. Bereits mehr als die Hälfte der Nutzer dieser Geräte hätten ihr Verhalten geändert, stellt Hutchings fest.
Medienberichten zufolge bastelt auch Apple an einer neuen App mit dem Namen "Healthbook", die zentrale Gesundheitsdaten erfassen soll. Eine wichtige Rolle bei dem Vorstoß in den Healthcare-Sektor soll die ominöse "iWatch" spielen.

Man trägt sie am Arm, auf dem Kopf oder sogar im Auge: Smart Wearables sind schwer im Kommen. INTERNET WORLD Business zeigt, was die intelligenten Geräte leisten - und was nicht.





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