Schnell und flexibel 24.06.2018, 13:31 Uhr

Progressive Web App: Die App aus dem Web

Native Apps konnten lange durch besonders komfortable Funktionen bestechen. Mit Progressive Web Apps - einer neuen Generation mobiler Websites - bekommen sie nun ernstzunehmende Konkurrenz.
(Quelle: shutterstock.com/Prabowo96
)
Wer sein Angebot für die stetig wachsende mobile Nutzung und Mobile Commerce optimieren will, hat bislang zwei Varianten zur Auswahl: eine responsive Website oder eine native App. Wer sich den Aufwand leisten will und kann, fährt zweigleisig und bietet seinen Kunden beides an. Seit einiger Zeit ist aber immer häufiger von ­einer neuen Variante die Rede: von "Progressive Web Apps", kurz PWAs. Und ihnen sagen Analysten eine große Zukunft voraus. So prognostizierten die Forscher des US-Analysten Gartner bereits im März vergangenen Jahres, dass bis 2020 die Hälfte der mobilen Apps für Konsumenten Progressive Web Apps sein werden. 
Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff? Vereinfacht gesagt, sind Progressive Web Apps responsive Websites, die zusätzlich über die wichtigsten Funktionen nativer Apps verfügen. Dazu gehören Features wie der Zugriff auf die App über ein Icon auf dem Homescreen, die Möglichkeit, Inhalte offline zu nutzen und den Nutzer mit Push-Nachrichten anzusprechen oder auch die Einbindung von Gerätefunktionen wie Kamera, Bewegungssensor oder Mikrofon in die App. All dies war bislang nativen Apps vorbehalten. Deswegen konnten sie eine komfortablere Bedienung und ein besseres Nutzungs­erlebnis bieten als mobile Websites - das stets als Argument für native Apps ins Feld geführt wurde. Da Progressive Web Apps prinzipiell die gleichen Funktionen bieten, lassen sich damit Anwendungen bauen, die der Benutzer kaum von einer nativen App unterscheiden kann. 

Weiterentwicklung von Webtechnologien

Möglich macht dies eine Weiterentwicklung bestehender Web-Technologien. Denn genau genommen steht hinter Progressive Web Apps nicht eine neue Technologie, sondern eine Ansammlung bestehender und erweiterter Web-Technologien. Ein Element sind die sogenannten "Service Worker", kleine, in Javascript programmierte Code-Stückchen. Sie ermöglichen es, dass Aktionen im Hintergrund ausgeführt werden, auch wenn die App nicht ­geöffnet ist.  Auf diese Weise lassen sich beispielsweise die Inhalte der PWA auf dem Gerät zwischenspeichern. Durch dieses Caching stehen die Inhalte, etwa ein Produktkatalog des Shops, dem Nutzer dann wie in ­einer nativen App auch offline zur Ver­fügung. 
Daneben kommt HTML5 zum Einsatz, wenn es zum Beispiel darum geht, Sensor- oder Kamerafunktionen des ­Geräts in die PWA einzubinden. Um die PWA auf dem Homescreen des Smartphones oder Tablets zu verankern, muss lediglich das sogenannte "Web App Manifest" in den Header des HTML-Codes eingebunden werden. In dieser ­Datei namens "Manifest.json" ist genau festgelegt, welches Icon - das kann beispielsweise das Logo eines Shops sein - wo und wie auf dem Homescreen platziert wird. Zudem ist dort das Rahmen-Design der jeweiligen PWA hinterlegt, sodass die Inhalte automatisch innerhalb dieses ­Designs angezeigt werden. 



Das könnte Sie auch interessieren