RTL und Pro7Sat.1 erwägen Ausstieg aus DVB-T 18.01.2013, 13:59 Uhr

Private sehen Fernseh-Zukunft im Internet

Nach der RTL-Gruppe erwägt jetzt offenbar auch Pro7Sat.1 den Ausstieg aus dem terrestrischen Digitalfernsehen. Die Gründe: Zu hohe Kosten und zu schlechte Übertragungsqualität. Die Privaten sehen dagegen die Zukunft der Fernsehübertragung im Internet.
DVB-T Logo
Nachdem die RTL-Senderkette den Ausstieg aus dem terrestrischen Übertragungsstandard DVB-T angekündigt hat, erwägt nach Medienberichten auch Pro7Sat-1 den Rückzug vom digitalen Antennenfunk. DVB-T wurde in Deutschland erstmalig 2002 eingeführt und hat seit 2010 das analoge terrestrische Fernsehen komplett ersetzt. Die privaten Sender kritisieren die hohen Kosten, die das digitale Antennenfernsehen für sie verursacht. So kostet die Einspeisung ins Kabelfernsehen die Sender rund drei Euro pro Haushalt, bei DVB-T soll es deutlich mehr sein. Ein zweiter Grund zum Ausstieg liegt in der mangelnden technischen Übertragungsqualität - HD-Fernsehen wird erst mit dem Nachfolgestandard DVB-T2 möglich, für dessen Empfang sich allerdings die Konsumenten neue Decoder kaufen müssten.
Die Mehrzahl der deutschen Fernsehnutzer bezieht heute schon ihr Fernsehprogramm über Kabel oder Satellit, der Marktantteil fur DVB-T liegt je nach Sendegebiet zwischen 3 und 18 Prozent. Ein Aussteigen der Privaten könnte allerdings der Technik den Todesstoß versetzen, denn zweistellige Marktanteile erreicht das Antennenfernsehen nur dort, wo auch die Privaten mit ihren Programmen beteiligt sind. ARD & ZDF wollen DVB-T dagegen erst einmal die Treue halten, weil für die Zuschauer keine laufenden Kosten entstehen - und wei ihre Verträge bis 2016 bzw. bis 2019 laufen.
Bei RTL und Pro7Sat.1 verweist man dagegen darauf, dass über DVB-T vor allem Computer erreicht werden, die das Programm der Privaten auch über das Internet empfangen können, per Livestream oder als Video on Demand.    



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