ProSiebenSat.1 ist raus 17.11.2017, 10:13 Uhr

Mashable geht für 50 Millionen US-Dollar an Ziff Davis

Noch im September dieses Jahres hieß es: ProSiebenSat.1 will Mashable.com kaufen. Nun hat sich das Blatt gewendet. Das Portal geht für den Schnäppchenpreis von 50 Millionen US-Dollar an den traditionsreichen New Yorker Verlag Ziff Davis.
(Quelle: Mashable.com)
Eine Summe von 50 Millionen US-Dollar ist schon eine Ansage. Bezogen auf das Portal Mashable.com werden 50 Millionen plötzlich zum Schnäppchen. Denn genau so viel zahlt der traditionsreiche New Yorker Verlag Ziff Davis für die Übernahme der Tech-Seite - bitter, wenn man bedenkt, dass Mashable 2016 noch mit 250 Millionen US-Dollar bewertet wurde. Der Kaufpreis von 50 Millionen US-Dollar entspricht also nunmehr lediglich 20 Prozent der letzten Bewertung.
Ziff Davis fokussiert sich vor allem auf Tech-, Gaming- und Gesundheitsthemen. Mashable.com ist eine britisch-amerikanische Nachrichten-Website, die sich zunehmend zur Videoseite wandeln will - und das kostet Geld. Mashable wurde 2005 gegründet, es gibt Ableger in Großbritannien, Frankreich, Australien, Asien und Indien.
Mit der Übernahme durch Ziff Davis ist nicht nur der US-Medienkonzern Viacom aus dem Rennen, sondern auch die Münchner Mediengruppe ProSiebenSat.1. Das Unternehmen schien noch im September dieses Jahres Interesse an Mashable zu haben. Das Vorgehen hatte stark an die Übernahme von Business Insider durch Axel Springer im September 2015 erinnert.

Interesse an Digitalsparte von ProSiebenSat.1

Indes scheint die Digitalsparte von ProSiebenSat.1 selbst ebenfalls Begehrlichkeiten zu wecken. Mindestens vier Finanzinvestoren wollen sich offenbar an Verivox, Parship und anderen Web-Firmen der Münchner beteiligen. Insgesamt gebe es "eine Handvoll" Bieter, unter anderem hätten EQT und General Atlantic Angebote für einen Anteil von 30 bis 40 Prozent an der Digitalsparte vorgelegt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
ProSiebenSat.1 Digital soll dabei mit mehr als 1,3 Milliarden Euro bewertet werden. Die externen Investoren sollen wohl helfen, das Wachstum des Digitalgeschäfts anzukurbeln, um unabhängiger von den zunehmend sinkenden Fernseh-Werbeeinnahmen zu werden.



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