Die Paketlogistik-Trends des Jahres

Grüne City-Logistik per Lastenfahrrad

Derweil sammeln Amazon und andere Logistiker mit erdgebundener Technik ­Erfahrungen in Innenstädten. Für seinen Lieferservice Amazon Prime Now setzt Amazon seit 2016 in Berlin und München auf Lastenfahrräder mit Elektromotor. Die Fahrzeuge werden von der Firma Urban-e in Berlin gefertigt und ersetzen nach ­Ansicht des Herstellers ein Auto. Das ist bei maximal 250 Liter Ladekapazität und einer Zuladung von bis zu 100 Kilo zwar etwas optimistisch ausgedrückt, aber mehr Fracht als ein gewöhnlicher Fahrradkurier bewältigen die gut 5.000 Euro teuren Vehikel auf jeden Fall - und in der Rush Hour sind sie auch beweglicher als Autos im Stau. 
Für seinen 1-Stunden-Lieferservice PrimeNow setzt Amazon in München E-Lastenfahrräder ein
(Quelle: Amazon)
 Die letzte Meile per Fahrrad meistern, das klappt nur mit einer ausgeklügelten Verteillogistik, die auf kleine, zentral gelegene City Hubs setzt. In München etwa hat sich Amazon auf 2.000 Quadratmetern in der Hopfenpost eingemietet, einem Gebäudekomplex nur wenige Hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt. Adressen in der chronisch verstopften Altstadt können von dort aus binnen kurzer Zeit mit dem Fahrrad erreicht werden, für weitere ­Strecken innerhalb der Stadt greift der ­US-Konzern auf ganz normale Kleinwagen als Lieferfahrzeuge zurück. 
Auch UPS setzt auf eine Kombination aus Mikro­depots und Lastenrädern - unter anderem in Hamburg, Paris, Offenbach und demnächst auch in München. Damit nimmt der Logistiker am "City2Share"-Projekt des Bundesumweltministeriums teil, in dessen Rahmen innovative Mobilitäts- und Lieferkonzepte entwickelt werden sollen.
In Asien ist man schon einen Schritt weiter: Der Trend geht hin zu Gebäuden in der Innenstadt, in die Lieferwagen hineinfahren und dann mit einem Lift aufs Dach transportiert werden. So entfallen lange Anfahrtswege, die Auslieferung innerhalb weniger Minuten nach der Bestellung rückt in greifbare Nähe. 
Und wem das nicht futuristisch genug erscheint, dem sei ein Blick auf ein neues Patent des Logistikvordenkers Amazon empfohlen: Der Konzern denkt über Luftschiffe nach, die ein ganzes Warenlager aufnehmen können und die Produkte dann anschließend per Drohne an den Mann und die Frau bringen. Dazu kann der Fracht-Zeppelin über einer Innenstadt schweben - oder Fans in einem Fußballstadion mit gerade eben bestellten Merchandise-Artikeln versorgen.



Das könnte Sie auch interessieren