Nachhaltige Verpackungen im E-Commerce

Rückführung von Verpackungen aus Papier und Kunststoff

Wie Marley Spoon versenden auch andere Online-Händler ihre Ware in Verpackungen aus recyceltem Material. Bei Zalando etwa bestehen die Pakete ebenfalls zu 100 Prozent aus Recyclingmaterialien. ­Recycling ist ein Lösungsansatz aus der Kreislaufwirtschaft, auch Circular Economy genannt. Die Kreislaufwirtschaft zielt darauf ab, eingesetzte Rohstoffe länger und häufiger zu nutzen und den Produktlebenszyklus zu verlängern. Das kann zum Beispiel durch Recycling geschehen oder durch Upcycling, bei dem Abfälle oder nutzlose Produkte in neuwertige Produkte umgewandelt werden. Auch das Teilen von Produkten - Stichwort: Sharing Economy - und die Wiederverwendung durch Mehrwegsysteme gehören dazu.

Polybeutel einfach zurückschicken

Mit Mehrwegverpackungen will das finnische Start-up Repack die Verpackungsflut im Online-Handel eindämmen und zugleich die Kundenbindung optimieren. Die Beutel von Repack sind in erster Linie für den Fashion-Versand gedacht. Sie bestehen aus recyceltem Polypropylen und sollen mindestens 20 Bestellzyklen aushalten. Kunden können den leeren Versandbeutel einfach zusammenfalten und in den nächsten Briefkasten einwerfen. Für die - im Übrigen kostenlose - Rücksendung gibt es eine Belohnung in Form eines Einkaufsgutscheins. Die Rücksendungen werden in Behindertenwerkstätten bearbeitet.
Der Verpackungshersteller Karopack hingegen verarbeitet Altpapier zu Polsterkissen. Das klingt erst einmal unspektakulär, doch dahinter steckt ein interessantes Geschäftsmodell: Das Unternehmen aus Kirchardt in Baden-Württemberg stellt seinen Kunden eigene Altpapiercontainer zur Verfügung. Die darin gesammelten Karton- und Papierabfälle werden von Karopack abgeholt, geschreddert und in reißfeste Papierbeutel gepackt. Die Papierbeutel werden wieder zu den Kunden geliefert, die sie dann als Füllmaterial für den Versand benutzen. Auf der Rückfahrt nimmt Karopack das zwischenzeitlich ­angefallene Altpapier wieder mit, und so schließt sich der Kreis. Derzeit ist Karopack an acht Standorten in Deutschland vertreten. Die Produktion erfolgt CO2-neutral.

Mehrweg auch bei Versand-Verpackungen

Was man aus dem Getränkemarkt schon seit Jahren kennt, setzt sich vielleicht irgendwann auch im Online-Handel durch: Konkrete Pläne gibt es zwar noch nicht, doch sowohl bei Zalando als auch bei Otto beschäftigt man sich mit dem Thema Mehrwegverpackungen. Die Verbraucher jedenfalls scheinen dem Ganzen aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Wie eine Befragung der Unternehmensberatung PWC ergab, sind drei Viertel offen für ein Mehrwegsystem bei Versandverpackungen. Sieben von zehn ­Befragten würden dafür sogar ein Pfand von durchschnittlich 2,49 Euro bezahlen.



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