Nachhaltige Logistik: Das Ende des Ablasshandels

Optimierung der Touren zur Schadstoffreduzierung

Die Umstellung der Fahrzeugflotte auf Elektromobilität ist nicht der einzige Weg, den Logistiker gehen, um Schadstoffemissionen zu reduzieren. Intelligente Lösungen zur Optimierung der Touren und zur Reduzierung der Zustellversuche sollen generell für kürzere Wege sorgen und damit zur Entlastung der Innenstädte beitragen. 
Berufstätige Privatkunden sind normalerweise nicht zu Hause, wenn der ­Paketbote klingelt. Um solche vergeblichen Zustell­versuche zu vermeiden, setzt DPD auf Big Data und Predictive Analytics. Durch intelligente Analyse der Daten konnte der Paketdienst den Zeitpunkt der Zustellung auf ­eine Stunde genau eingrenzen. Mithilfe einer App können die Empfänger sehen, wann ihr Paket ankommt. Auch eine Umleitung der Sendung an einen Wunsch-Paket-Shop oder an einen Paketkasten ist via App möglich. Damit schlägt der Paketdienst zwei Fliegen mit einer Klappe: Er kommt seinen berufstätigen Kunden entgegen und vermeidet vergebliche Zustellversuche.

Würden Verbraucher mehr bezahlen?

In dieser Frage sind die Kunden gespalten: Nach einer Erhebung der Otto Group würden 41 Prozent der Verbraucher höhere Versandkosten für eine emissionsfreie Lieferung bezahlen. 43 Prozent sind jedoch nicht bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen. Im Schnitt wäre den Befürwortern die nachhaltige Form der Zustellung 2,20 Euro extra wert. 
Alexander Bartelt, Head of Corporate Responsibility bei Hermes Germany, ist dennoch skeptisch: "Die Erfahrung zeigt leider - oft klafft eine große Lücke zwischen der Absichtserklärung und der tatsächlichen Bereitschaft, für Nachhaltigkeit mehr Geld zu zahlen."

Weitere Maßnahmen zur CO2-Reduzierung

Elektromobilität ist nicht der einzige Weg, den Logistiker gehen, um CO2 zu reduzieren. Zwei Beispiele:
  • Tourenoptimierung: Die Fahrer von UPS sollen auf ihrer Tour möglichst nur rechts abbiegen. Die unternehmenseigene Routenplanungssoftware vermeidet das Linksabbiegen wann immer möglich und gestaltet die Touren in Kreisbewegungen. Nach eigenen Berechnungen spart der Paketdienst durch diese Strategie im Jahr rund 38 Millionen Liter Kraftstoff und 20.000 Tonnen Kohlendioxid ein. Außerdem können rund 350.000 Pakete im Jahr mehr ausgefahren werden.

  • Nachhaltige Logistikzentren: Hermes setzt bei der Planung neuer Gebäude auf innovative Heiz-, Licht- und Dämmtechniken. Durch Wärmeerzeugung mittels Biomasse ­konnte das Unternehmen den CO2-Ausstoß um 100 Prozent reduzieren und die Betriebskosten um ein Drittel senken. Sukzessive sollen alle Lager auf die neue Heizmethode umgerüstet werden. Auch Solarstromanlagen werden genutzt.



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