Nachhaltige Logistik: Das Ende des Ablasshandels

DHL verkauft seine E-Vans auch an Drittfirmen

So hat der Online-Fischhändler Deutsche See im Frühjahr dieses Jahres 80 Street Scooter bestellt. Zur CO2-Reduzierung hatte der Fisch-Versender ursprünglich VW-Fahrzeuge mit "Blue Motion"-Dieseltechnologie gekauft, nach Bekanntwerden der Stickoxidmanipulationen jedoch eine Schadenersatzklage über 11,9 Millionen Euro gegen VW eingereicht.  
Hermes testet das dänische E-Dreirad Tripl in der Altstadt von Göttingen
Quelle: Hermes
"Die große Nachfrage nach dem Street Scooter und unsere eigenen ehrgeizigen Klimaschutzziele haben uns darin bestärkt, unser Engagement im Bereich der Elektromobilität weiter auszubauen und unser Know-how auch anderen zur Verfügung zu stellen", so Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Post, E-Commerce, Parcel von Deutsche Post DHL Group.
Wettbewerber Hermes hat ähnlich anspruchsvolle Ziele wie DHL. Dort heißt das Nachhaltigkeitsprogramm "We Do". Bis zum Jahr 2020 soll der CO2-Ausstoß in der Distribution um mindestens 30 Prozent, an den Standorten sogar um 50 Prozent ­reduziert werden. Im Frühjahr dieses Jahres hat Hermes eine strategische Partnerschaft mit Mercedes-Benz Vans geschlossen. Ab 2018 will Hermes sukzessive 1.500 Mercedes-Benz-Elektrotransporter für die Paketzustellung einsetzen. "Gemeinsam streben wir an, bis 2025 sämtliche Innenstadtbereiche der deutschen Großstädte zu 100 Prozent emissionsfrei zu beliefern - ein Meilenstein für die Zukunft der Paketlieferung in Deutschland", so Hanjo Schneider, Mitglied des Vorstands der Otto Group im Segment Services und Aufsichtsratsvorsitzender von Hermes Europe.

Diverse Projekte in den Kommunen

Auch in den betroffenen Kommunen selbst will man das Thema Nachhaltigkeit in der City-Logistik voranbringen. Im Juli 2017 startete in München das Projekt "City2­Share". In drei Stadtvierteln hat UPS Mikrodepots aufgestellt. Von dort aus machen sich die Zusteller entweder zu Fuß oder per Lastenfahrrad auf den Weg zum Empfänger. 
In der Nürnberger Südstadt sind die Paketboten von DPD ebenfalls mit dem Lastenfahrrad unterwegs. Drei E-Bikes hat der Paketdienst dort im Einsatz, jedes von ihnen kann bis zu 80 Pakete fassen. Auch hier werden die Sendungen in einem Mikro-Hub zwischengelagert. 
Hannover will sogar "Modellregion für den Lieferverkehr der Zukunft" werden, wie Oberbürgermeister Stefan Schostok erklärt. Niedersachsens Landeshauptstadt hat das Modellprojekt "Urbane Logistik" ins Leben gerufen und will in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Logistikern effizientere und ressourcenschonendere Lösungen erschaffen. Bei der Entwicklung nachhaltiger Lieferkonzepte geht es nicht nur darum, Diesel-Transporter durch Transporter mit Elektroantrieb zu ersetzen. ­Neben E-Lastenrädern werden vielerorts neue Gefährte für die Paket­beförderung ausprobiert. In Göttingen beispielsweise testet Hermes ein Elektrodreirad des dänischen Herstellers Tripl für die Zustellung in der Innenstadt. Das Fahrzeug hat bis zu 100 Kilometer Reichweite und kann 40 bis 60 kleinere Sendungen transportieren.



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