Singularity University 07.04.2016, 12:46 Uhr

Wenn künstliche Intelligenz den Chef ersetzt

Die Singularität beschreibt den Moment, in dem die künstliche Intelligenz die menschliche übersteigt. Auf dem Singularity-Gipfel in Deutschland bereiten Experten aus dem Silicon Valley die Teilnehmer darauf vor, von Robotern ersetzt zu werden.
(Quelle: Shutterstock / VLADGRIN)
KI-Forschung auf Deutschlandtour: 98 Führungskräfte aus 44 Ländern sitzen dicht gedrängt im großen Schulungsraum der kalifornischen Singularity University, auf den Tischen liegt Lego und anderes Spielzeug. Jeder hat 14.000 Dollar dafür bezahlt, sich sechs Tage lang für die Zukunft briefen zu lassen. Sie hören Pläne von der eigenen Abschaffung.
Miterleben: Eine Teilnehmerin des Executive Programs probiert an der Singularity University eine Oculus Rift Brille aus.
Quelle: Singularity University/dpa
"Ich als CEO träume davon, dass eines Tages eine Form von künstlicher Intelligenz den Großteil meines Jobs erledigt", sagt Rob Nail, Chef der Singularity University. "Ich glaube, dass 70 bis 80 Prozent der Entscheidungen, die ich jeden Tag treffe, auch von einem Algorithmus getroffen werden könnten. Wir könnten die Plattform so programmieren, dass sie genauso gut entscheidet wie ich, wenn nicht sogar besser."
Manchmal vergesse er zum Beispiel, zu Mittag zu essen, sagt Nail. Er treffe dann sehr kurzentschlossen und hungrig Entscheidungen. Und besonders nett sei er auch nicht besonders. "Jeder Roboter würde das sehr viel konsistenter machen."
Think Big ist das Motto der Singularity University im Silicon Valley, die sich 2008 unter anderem mit dem Geld von Google, Autodesk und Genentech auf dem NASA-Forschungsgelände gegründet hat. Weltweite Herausforderungen wie Energie und Jobs, Bildung, Weltraum und Medizin angegangen werden. Eine Art Thinktank, zugleich Ausbilder und Startup-Accelerator.

Keine Angst vor neuer Technik

Immer wieder werden die Teilnehmer des "Executive Programs" aufgefordert: "Denkt zehnmal größer! Wie sieht Euer Flug zum Mond aus?" Und bitte keine Angst vor neuer Technik. Ein Ratschlag: "Kaufen Sie sich einen Telepräsenz-Roboter, damit Sie von überall auf der Welt mit ihrem Team kommunizieren können, als wären Sie selbst im Raum." Oder: "Hören Sie auf, die Nachrichten zu schauen. Die Welt ist viel besser als uns die Medien weismachen wollen. Wer eine negative Weltsicht hat, investiert nicht in die Zukunft", sagt Peter Diamandis, Luftfahrtingenieur und Mitbegründer der University.



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