Uber-Rivale 21.12.2017, 09:31 Uhr

Chinesischer Fahrdienst Didi bekommt 4 Milliarden US-Dollar

Stolze vier Milliarden US-Dollar hat der Uber-Rivale Didi in einer neuen Finanzierungsrunde einsammeln können. Das Unternehmen ist jetzt 56 Milliarden US-Dollar wert und zählt zu einem der größten Start-ups Asiens.
(Quelle: shutterstock.com/Givaga)
Der chinesische Uber-Rivale Didi Chuxing hat bei Investoren frisches Kapital in Höhe von vier Milliarden US-Dollar eingesammelt. Mit den neuen Mitteln will Didi seine internationale Expansion und den Aufbau eines Netzes mit Elektrofahrzeugen finanzieren sowie in künstliche Intelligenz investieren, wie der Fahrdienst-Vermittler mitteilte. An der neuen Finanzierungsrunde hätten chinesische und internationale Geldgeber teilgenommen. Namen nannte das Unternehmen nicht.
Die Bewertung des Fahrdienstvermittlers steigt damit auf rund 56 Milliarden US-Dollar, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Damit zählt Didi zu einem der größten Start-up-Unternehmen Asiens. Didi hat bereits mehrfach Investoren für seine Sache gewinnen können.

Bis 2020 eine Million Elektro-Fahrzeuge

Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, soll der japanische Technologiekonzern Softbank, der bereits an Didi beteiligt ist, auch dieses Mal zu den Investoren gehören. Daneben soll auch das Emirat Abu Dhabi über seinen Staatsfonds Mubadala Capital das chinesische Unternehmen unterstützt haben. Auch Apple hatte im vergangenen Jahr in einer ungewöhnlichen Investition für den iPhone-Konzern eine Milliarde US-Dollar in Didi gesteckt.
Im vergangenen Jahr hatte Didi das Uber-Geschäft in China komplett übernommen, investiert aber auch, um über die Landesgrenzen zu wachsen. Auch das Thema Elektromobilität treibt der Konzern voran: Bis zum Jahr 2020 will das Unternehmen eine Million Elektro-Fahrzeuge an sein Netzwerk anbinden, aktuell sind es nach jüngsten Unternehmensangaben 250.000 Stück.

Uber: Turbulenzen zum Jahresende

Bei Uber indes scheint das Ende des ursprünglichen Geschäftsmodells mit Privatleuten als Fahrer in Europa besiegelt. Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass ein solcher Dienst eine Verkehrsdienstleistung ist und entsprechend reguliert werden muss. Damit wurde der Service rechtlich mit klassischen Taxi-Diensten gleichgestellt.
Nun übernehmen daher erfahrene Manager aus der Reisebranche das Kommando beim krisengeschüttelten Fahrdienst-Vermittler. Der neue Chef Dara Khosrowshahi holte sich als für das Tagesgeschäft zuständige "Nummer zwei" den einstigen Chef des Online-Reisebüros Orbitz, Barney Harford. Khosrowshahi selbst kam zu Uber im September vom Spitzenjob beim Online-Reisebüro Expedia.
Die beiden Top-Manager lernten sich erst als Konkurrenten und dann als Kollegen kennen: Harford verkaufte Orbitz im Jahr 2015 an Expedia. Er habe Khosrowshahi bei Uber bereits seit Oktober als Berater unterstützt, schrieb der Finanzdienst Bloomberg.
Harford wird die Hauptlast der Aufgabe zufallen, Uber schließlich profitabel zu machen. Im vergangenen Quartal verlor der Fahrdienst-Vermittler 1,5 Milliarden US-Dollar nach 1,1 Milliarden in den drei Monaten davor.
Uber ist in diesem Jahr durch eine Serie von Skandalen durchgerüttelt worden. Der Mitgründer und langjährige Chef Travis Kalanick musste gehen, nachdem eine Untersuchung zu Vorwürfen von Sexismus und Diskriminierung massive Missstände beim Management aufdeckte.
Das Unternehmen steht zudem im Visier einer Klage der Google-Schwesterfirma Waymo, die Uber den Einsatz bei ihr gestohlener Roboterwagen-Technologie vorwirft. Jüngst musste Khosrowshahi außerdem einräumen, dass Uber ein Jahr lang einen Hacker-Angriff verschwieg, bei dem Daten zu 57 Millionen Nutzern und Fahrern erbeutet wurden. Statt Behörden und Betroffene zu informieren, zahlte Uber den Angreifern 100.000 US-Dollar für die Vernichtung der gestohlenen Informationen.



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