Unabhängigeres Arbeiten 12.11.2019, 14:17 Uhr

Web-Apps: Vor-und Nachteile der Browser-Programme

Viele Programme und Dienste laufen inzwischen als Web Apps im Browser. Was zwar praktisch ist, aber auch Nachteile mit sich bringen kann.
Das Office-Paket von Microsoft gibt es auch als Browser-App.
(Quelle: Robert Günther/dpa-tmn)
Office-Programme, PDF-Konverter, Bildbearbeitungssoftware: Solche Anwendungen benutzen viele alltäglich im Büro oder zu Hause - als installierte Software auf dem Rechner. Doch das ginge auch anders: Oft könnten sie stattdessen Web Apps nutzen. Das ist Software, mit der man im Internet-Browser arbeiten kann. Die Anwendung installieren? Nicht nötig.
Die Programme können unabhängig von sämtlichen Administrator-Rechten und damit in Internet-Cafés oder auch am eigenen Arbeitsplatz im Büro genutzt werden. Sie arbeiten zudem plattform-unabhängig und sind folglich mit jedem Betriebssystem kompatibel. Die Bereitstellung, Verarbeitung und Auswertung der Daten erfolgt auf einem Webserver beziehungsweise in der Cloud. Gerade für Teams, die ortsunabhängig arbeiten, entsteht somit ein positiver Effekt.

Oft günstiger - aber auch abgespeckter

Im Vergleich zu Software-Produkten für den Rechner sind diese Browser-Dienste oft günstiger oder kosten mitunter nichts. Dafür halten sie im Vergleich zu den herkömmlichen Paketen aber meist auch nur eine abgespeckte Variante für die Verbraucher parat, so Weck. Und die Nutzer müssen ständig mit dem Internet verbunden sein, damit die Web-App funktioniert. Das kann ein Nachteil sein. Zudem nehmen Web-Apps viel Arbeitsspeicher in Beschlag.
Wird eine Web-App plötzlich und unerwartet eingestellt, kann das Probleme bereiten. Bearbeitungsmöglichkeiten und abgelegte Dateien sind dann unter Umständen weg. Daher ist ein Offline-Backup, etwa auf einem USB-Stick, immer ratsam, erläutert Alexander Kuch vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de".

Vielfältige Anwendungen verfübar

Gerade im Büro-Alltag haben sich Browser-Dienste etabliert. Office-Tools wie Google Docs, Microsoft Office Online (kostenlos) beziehungsweise Microsoft Office 365 (kostenpflichtig) oder Apples iWork und iCloud gehören ebenso dazu wie die Messenger-Dienste WhatsApp Web, Skype oder Google Hangouts.
Für Kurz-Notizen gibt es Google Notizen oder Evernote, und für die Bildbearbeitung stehen mit Fotor, Pixlr oder Photopea gleich mehrere kostenlose Anwendungen zur Verfügung. Wer PDF-Dateien erstellen oder konvertieren will, kann dafür etwa Smallpdf oder PDF24.org nutzen.
Musik-Enthusiasten können YouTube-Videos mit YouTube DJ neu abmischen und online teilen - außerdem ist mit Apps wie TwistedWave, mp3cut.net oder Beautiful Audio Editor das Bearbeiten von Musik-Dateien möglich.

Sensibler Umgang mit persönlichen Daten

Beim Umgang mit Web-Apps sollten Nutzer darauf achten, nur die notwendigsten persönlichen Daten anzugeben. "Es empfiehlt sich, eine separate E-Mail-Adresse nur für solche Dienste anlegen, damit man kein Spam auf der Haupt-E-Mail-Adresse erhält", rät Kuch.
Zudem gilt: Nie dasselbe Passwort verwenden wie bei der Haupt-E-Mail-Adresse oder anderen sensiblen Accounts, etwa seinem Online-Banking-Login.
Es ist auch möglich, dass der Anbieter der App Nutzungsverhalten protokolliert und die Daten an Dritte weitergibt. Ein Blick in die Geschäftsbedingungen verschafft Klarheit. So könne es passieren, dass sich Anbieter darüber einen Zugriff auf die mit der App erstellten Dateien einräumen, um diese zum Beispiel für personalisierte Werbung auszuwerten, beschreibt Kuch.

Datenfreigaben beschränken

Wer kollaborative Werkzeuge wie Google Docs verwendet, sollte Dateifreigaben nur an Nutzer vergeben, die auch wirklich an einer Datei mitarbeiten sollen - und diese eventuell zeitlich beschränken oder wieder entziehen, sobald eine Aufgabe erledigt ist.
Gerade im beruflichen Kontext wichtig: Bei einigen Apps gelten Copyright-Regeln. Werden beispielsweise Vorlagen für Visitenkarten, Präsentationen oder Briefe zur Verfügung gestellt, sind sie eventuell nur für die private Nutzung kostenlos freigegeben. Anwender sollten vorher prüfen, was für die berufliche Nutzung gilt, rät Kuch.



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