Richard Gabler von der Agentur Valtech über Responsive Design 13.05.2013, 15:40 Uhr

"Einfache Menüs bauen"

Wer möchte, dass sein Web-Auftritt auch auf mobilen Endgeräten gut ankommt, hat die Wahl zwischen mobilen Websites, nativen Apps oder Responsive Design. Beim Responsive Design wird eine Website so aufbereitet, dass sie sich automatisch den verschiedenen Bildschirmgrößen von Tablets und Smartphones anpasst. Wo die Vorteile liegen, erläutert Richard Gabler im Gespräch mit INTERNET WORLD Business.
Richard Gabler
Plädiert für nur einen Auftritt: Gabler
Herr Gabler, welche Gründe sprechen für ein Responsive Design?
Richard Gabler: Kurz gesagt, gibt es vier wichtige Gründe, die für Responsive Design sprechen. Erstens: Es funktioniert auf jedem Endgerät. Zweitens: Es funktioniert auf jedem Betriebssystem. Drittens: Es erlaubt konsequentes Marketing auf allen Kanälen und viertens: Es verringert den Pflegeaufwand erheblich.
Warum sinkt der Pflegeaufwand?
Gabler: Mit Responsive Design muss der Site-Betreiber nur einen einzigen Auftritt pflegen. Der große Vorteil davon ist ein konsistenter Stand des Auftritts: Wenn auf einer Responsive-Site ein neues Feature eingeführt wird, steht es automatisch und gleichzeitig auch für die verschiedenen Devices zur Verfügung. Entscheidet sich ein Site-Betreiber dagegen für eine mobile Website neben der regulären muss er dagegen zwei Versionen pflegen, gibt es noch eine App, sind es schon drei. Meist werden Neuerungen wie etwa eine Filialsuche oder ein Feedback-Formular dann erst auf der regulären Site eingeführt und erst anschließend auf der mobilen Site und  in der App umgesetzt. Der Anfangsaufwand ist beim Responsive Design zwar höher, aber unter dem Strich ist es in jedem Fall günstiger als der doppelte Pflegeaufwand für zwei getrennte Auftritte.
Und wo liegen die Vorteile beim Marketing?
Gabler: Auch hier ist der einheitliche Stand der Site von Vorteil. Ein Beispiel: Wenn ein Site-Betreiber seinen Auftritt für Suchmaschinen optimiert, greift diese Maßnahme über alle Geräte und Versionen hinweg. Er muss keine Optimierung für die reguläre und die mobile Site vornehmen.  Oder: Immer mehr Nutzer lesen E-Mails auf dem Smartphone. Wenn der Site-Betreiber mit einer Responsive-Site arbeitet, führt der Link aus dem E-Mail-Newsletter immer zum gleichen Inhalt, egal, über welches Gerät der Nutzer zugreift. Das gleiche gilt für mobile Banner oder QR-Codes auf Plakaten. Der Adressat  gelangt zum gleichen Content.  Auf eine native App könnte er dagegen über den Link in einem E-Mail-Newsletter gar nicht zugreifen.
Sind native Apps dann überhaupt sinnvoll?
Gabler: Meine Empfehlung ist, erst eine Responsive-Site einzurichten und dann eine native App oben drauf zu setzen. Mit der Responsive-Site kann ich zunächst die Grundlage schaffen, dass mein Auftritt über alle Geräte gut zu erreichen ist. Eine App fühlt sich hingegen für den Nutzer besser an, sie ist flüssiger, eleganter, komfortabler. Vor allem wiederkehrende Besucher des Auftritts oder Shops sind bereit, eine App zu installieren. Für sie kann dann gezielt Mehrwert angeboten werden.
Was ist am kniffeligsten beim Responsive Design?
Gabler: Die große Herausforderung liegt nicht darin, eine ganz reguläre Desktop-Site klein zu bekommen. Wer konsequent auf den Ansatz ‚Mobile First‘ setzt, also im ersten Schritt für den kleinsten Screen konzipiert, muss zwingend fokussieren. Der Trend geht damit zur Reduktion. Eine komplexe Navigation funktioniert dann nicht mehr so einfach und auch eine Home-Seite voll mit Teasern wird nicht gehen. Responsive Design heißt daher einfach denken, einfache Menüs bauen. Und dieser Trend schlägt sich immer mehr im Desktop-Design nieder, die beiden Welten verbinden sich zunehmend. Eine permanente Hauptnavigation muss beispielsweise nicht mehr zwingend sein, die Navigation kann auch mal verschwinden, wenn der Nutzer in die Tiefe geht. Die Gewohnheiten ändern sich und damit auch die Maßstäbe.
Mehr zum Thema Responsive Design lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der INTERNET WORLD Business.



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