Reding zu Datenschutz in Europa 15.07.2013, 12:25 Uhr

"Big Data ist Big Business"

Datenschutz ist ein europäisches Grundrecht. EU-Kommissarin Viviane Reding zeigte sich auf der DLD Women Conference in München überzeugt, dass die geplante EU-Verordnung bald Wirklichkeit wird – mit Unterstützung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Für die Internetwirtschaft soll dies kein Nachteil sein.
Datenschutz und freies Internet sind keine Feinde. Das ist eine der Kernthesen von Viviane Reding, EU-Kommissarin für Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft. "Wir brauchen starke Regeln, denn starke Regeln bringen Vertrauen – und das brauchen wir gerade im Internet." Dabei bezieht sich die Kommissarin ausdrücklich auch auf die digitale Wirtschaft. "Daten sind das Blut im Kreislauf der Internets – und Big Data ist Big Business", sagte sie auf der DLD Women Conference, die heute und morgen in München stattfindet.
Auf der DLD Conference im vergangenen Jahr hatte Reding die europäische Datenschutzverordnung vorgestellt: "Mit Hilfe von Angela Merkel wird diese bald Wirklichkeit." Die deutsche Kanzlerin und CDU-Vorsitzende hatte gestern die USA aufgefordert, bei Geheimdienstaktionen in Deutschland das deutsche Recht zu beachten, und liegt damit auf einer Linie mit Reding. Die Kommissarin fordert, dass EU-Datenschutz für alle Europäer gilt, egal in welchem Land die Dienste ansässig sind, die sie im Internet nutzen. "Datenschutz in Europa ist ein Grundrecht", betonte sie.
Zu den persönlichen Daten, die es zu schützen gilt, gehören für Reding auch Metadaten wie Ortsangaben und Informationen, die in Cloud-Diensten gespeichert sind. "Wir möchten nicht, dass Geheimdienste unsere Telefonate abhören und unsere Mails lesen. Wir möchten selbst entscheiden, welche Daten wir veröffentlichen. Und wenn Geheimdienste diese Informationen benötigen, um uns zu schützen, dann sollen sie es im Rahmen der Gesetze tun."
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