05.12.2007, 10:08 Uhr

Arcor soll Google sperren

Der Telekommunikationsprovider Arcor kann einem fast leid tun. Im Rahmen des Streits um den Jugendschutz in der Erotik-Branche will jetzt Huch Medien das Unternehmen jetzt gerichtlich zwingen, den Zugang zu Google wegen der Verbreitung pornographischer Schriften ohne Alterskontrolle zu sperren. Hinter dem juristischen Vorstoß steckt aber eigentlich nur ein Test.
Durch einen Eilantrag beim Landgericht Frankfurt will das Mainzer Unternehmen Huch Medien, Betreiber der Sexseite Amateurstar.de, den Telekommunikationsprovider Arcor zwingen, seinen Kunden den Zugang zu den Seiten Google.de und Google.com zu sperren. Als Argument führt Huch Medien an, dass die Suchmaschine Internet-Nutzern Zugriff auf pornographische Inhalte und Bilder ohne Alterskontrolle bietet. Das Eschborner Unternehmen Arcor trage zumindest als Mitstörer zu den "entsetzlichen Verstößen auf dieser schrecklichen Webseite" bei, indem man diese Webseiten als in Anspruch genommener Zugangsanbieter verbreite, zitiert der Nachrichtendienst "Heise Online" aus dem ihm vorliegenden Antrag.
Eigentlich jedoch geht es dem Geschäftsführer von Huch Medien, Tobias Huch, um einen Test der Justiz in Sachen Haftungsfreistellungen, wie Heise online weiter berichtet. Wenn hierzulande Seiten wie Youporn gesperrt werden müssten, dürfen entsprechende Anträge bei den Providern bald auch wegen eines fehlenden Impressums im Web eingehen, sagt er. Zudem dürfe man sich in einem solchen Rechtssystem auch nicht beklagen, "wenn China großflächig Webseiten sperrt". Vor diesem Hintergrund hat der Unternehmer beim Bundesverfassungsgericht auch eine Beschwerde gegen Paragraph 184c Strafgesetzbuch eingereicht, die die Verbreitung von Pornographie in Telemedien ohne Alterskontrolle verbietet. Diese Bestimmung, so schreibt Heise online, halte Huch in ihrer jetzigen Breite nicht mehr für zeitgemäß.



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