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Internet der Dinge 14.10.2015, 08:00 Uhr

"Das IoT wird unsere Art zu kommunizieren verändern"

Der Start-up-Inkubator Breed Reply hat zum zweiten Mal drei Start-ups aus dem Bereich  "Internet der Dinge" ausgewählt. CEO Emanuele Angelidis erklärt im Interview den Zweck der Initiative.
Emanuele Angelidis, CEO von Breed Reply
(Quelle: Breed Reply)
Der im Jahr 2014 gegründete Start-up Inkubator Breed Reply hat mit seinem Förderprogramms "IOT Best in Breed" nun zum zweiten Mal drei Start-ups aus dem Bereich Internet der Dinge (Internet of Things; IoT) ausgewählt. Aus weltweit über 150 Bewerbungen haben schließlich enModus, Gymcraft und Inova Design Solutions am meisten überzeugt. Gleichzeitig ist damit der Startschuss für die dritte Runde der Initiative gefallen, die zum Unternehmensnetzwerk Reply gehört. INTERNET WORLD Business sprach mit Emanuele Angelidis, CEO von Breed Reply, über den Zweck des Programms und die Auswirkungen, die das IoT auf den Alltag hat.
Was erhoffen Sie sich von der Zusammenarbeit mit den neuen Start-ups?
Emanuele Angelidis: Die drei neuen Start-ups stellen eine Bereicherung unseres Programms dar, zum einen wegen der innovativen Technologie, die hinter den Produkten steht, und wegen ihrer Fähigkeit, konkrete Antworten für die Bedürfnisse der jeweiligen Zielmärkte zu liefern. Wir möchten sie bei der Definition ihrer Geschäftsstrategie und der technischen Entwicklung sowie der Produkte unterstützen.
EnModus bietet ein Produkt für die Überwachung, Kontrolle und Verbindung aller mit dem Stromnetz verbundenen Geräte in großen Gebäuden und nutzt hierbei die bereits vorhandene elektrische Infrastruktur. Das Potenzial besteht darin, das Management von Gewerbe- und Industriegebäuden zu revolutionieren, indem es die Effizienz und das Produktivitätsniveau verbessert. Gymcraft startet einen neuen Trend in der Fitnessindustrie und verbindet Fitnessgeräte und Spiele auf innovative Weise, um ein virtuelles Sporterlebnis zu kreieren.
Die Spiele von Gymcraft vermitteln den Nutzern beim Training an ihren gewohnten Fitnessgeräten ein interaktives Fitnesserlebnis in Echtzeit. In diesem Bereich stellt sich dieser Faktor als sehr wichtig heraus, um immer neue Mittel zu finden, die Kunden motivieren. Das Gerät von Inova Design findet Anwendung im Sportbereich und im Gesundheitswesen und misst mit einem kleinen nicht-invasiven Gerät, das am Ohr getragen wird, alle physiologischen Vitalparameter in Kombination mit einer Bewegungsaufzeichnung und sendet dabei kontinuierlich Echtzeitdaten drahtlos an den Nutzer. Dies verbessert nicht nur die Qualität der gesammelten Daten, sondern revolutioniert gleichzeitig die Art und Weise, mit der wir den menschlichen Körper überwachen.
Was müssen Start-ups mitbringen, die sich für "IoT Best in Breed 3" bewerben wollen?
Angelidis: Es ist wichtig, dass die Start-ups im Bereich Internet der Dinge tätig sind und es ist noch besser, wenn es Bereiche sind, auf die wir uns konzentrieren: Fitness und Wellness, Healthcare, Smart Home, Produktion, Transport und Energie. Das Internet der Dinge wird ein immer stärker umkämpfter Markt und die Start-ups müssen mit hochentwickelten Technologien arbeiten, die Software mit Hardware verbinden, und gleichzeitig innovative Lösungen finden. Wir von Breed Reply suchen Teams, die sowohl im technischen als auch im geschäftlichen Bereich kompetent sind und wirklich die Bedürfnisse des Marktes interpretieren können, indem sie Dienstleistungen und Produkte mit einer langfristigen Wertschöpfung bieten. Die Start-ups sollten nicht nur technologisch innovativ sein. Sie müssen in der Lage sein, zu wachsen und sich den Bedürfnissen der Kunden anzupassen. Ein gutes Start-up zeichnet sich dadurch aus, dass es die Bedürfnisse des Zielmarktes vom ersten Moment an erkennt. Das ist einer der Gründe, weshalb sich unser Programm nicht nur auf die Finanzierung beschränkt. Auch das Management wird unterstützt und die Synergien mit Reply genutzt, um somit das Potential jedes Business, in das wir investieren, zu maximieren.
Nach welchen Kriterien wählen Sie aus der Masse an Bewerbungen aus?
Angelidis: Man kann die wichtigsten Kriterien in drei Kategorien einteilen: Team, Idee, Markt. Beim Team achten wir besonders auf die Kompetenzen der Gründer, die das Business auf die Beine gestellt haben und weiterentwickeln. Am besten sind ihre Fähigkeiten komplementär zu einander. Zum Beispiel stellt eine Mischung des Know-hows aus Software, Hardware und generellem Management einen sehr guten Ausgangspunkt dar. Die Geschäftsidee ist Teil des Auswahlverfahrens und über das Innovationsniveau hinaus betrachten wir das Potential des Produkts oder der Dienstleistung, sich über einer langfristige Wertschöpfung zu finanzieren. Zu allerletzt kommt der Zielmarkt, der dadurch nicht weniger wichtig ist. In diesem Fall berücksichtigen wir die Größe und das Potenzial des Marktes.

"Weitreichendere Auswirkungen als das Internet"

Sie unterstützen Start-ups aus Europa und aus den USA. Welche Unterschiede sehen Sie zwischen den beiden Märkten?
Angelidis: Noch bis vor ein paar Jahren war das Silicon Valley der beste Standort für Unternehmensgründer, doch mittlerweile ist Europa für Start-ups zunehmend interessanter geworden. Der "alte" Kontinent hat in den letzten Jahren einen wichtigen Wandel durchgemacht und gilt nun als eine gute Alternative zu den USA für die Finanzierung sowie als Standort mit Potenzial. Unternehmensgründer finden heute Infrastrukturen und Dienstleistungen in einer Vielzahl von europäischen Ländern. London zum Beispiel, wo Breed Reply den Hauptsitz hat, ist heute einer der attraktivsten Hubs für Entwicklung von Start-ups. Mit Bezug auf den IoT-Sektor ist Deutschland aufgrund des eigenen Industrieprofils ein ausgezeichneter Markt für Unternehmen, die Hardware entwickeln.
Was sind aus Ihrer Sicht derzeit die wichtigsten Trends im Bereich Internet der Dinge?
Angelidis: Das Internet der Dinge ist "the next big thing". Marktbeobachter erwarten ein starkes Wachstum, was die Anzahl vernetzter Geräte betrifft und in Bezug auf die geschäftlichen Entwicklungen und den wirtschaftlichen Mehrwert des IoT. Die Auswirkungen des IoT werden vergleichbar mit dem Internet sein und wahrscheinlich noch weitreichender: Das Internet hat unsere Art zu kommunizieren verändert. Das IoT wird den Zugang zu Informationen verändern, sowie unseren Alltag aber auch unsere Geschäftsmodelle und Marktansätze beeinflussen. Momentan setzen in erster Linie die Industrie, das Gesundheitswesen und die Finanzdienstleister IoT-Technologien ein. Das ist aber nur der Anfang und es gibt noch viele weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Der Energie- und Produktionsbereich können revolutioniert werden, mit Sensoren, die den Strom und den Wasserverbrauch überwachen oder Produktionsstandorte beziehungsweise Geschäftsräume verwalten. Das Projekt des innovativen Inkubators von Breed Reply ist ganz dem Internet der Dinge gewidmet, weil wir glauben, dass jeder von uns auf unterschiedlicher Art und Weise davon profitieren wird. Wir freuen uns auf die ersten Ergebnisse.

Das Internet der Dinge verbindet die physische mit der digitalen Welt. Für die Weltwirtschaft ergeben sich dadurch große Innovationspotenziale. Das sind die wichtigsten Bereiche.




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