Google sichert sich Eyetracking-Patent 20.08.2013, 13:40 Uhr

Werbewirkung mit Datenbrille messen?

Eyetracking-Verfahren zur Erfassung des Nutzerverhaltens haben sich längst durchgesetzt. Google könnte diese Technologie nun allerdings revolutionieren und für die Analyse der Werbewirkung verwenden. Der Suchgigant hat ein eigenes Patent angemeldet - und will dieses möglicherweise in Verbindung mit seiner Datenbrille Google Glass nutzen.
Werbewirkung mit Datenbrille messen?
Eyetracking mithilfe einer Datenbrille? Das könnte nicht nur eine gute, sondern auch eine längst verfolgte Idee von Google sein. Das legt zumindest ein Patent nahe, das dem Suchgiganten im August bewilligt wurde. Der , die online abrufbar ist, zufolge will der US-Konzern mithilfe einer Datenbrille - wie etwa Google Glass - erfassen, wie oft und lange User bestimmte Anzeigenmotive ansehen. Das berichten verschiedene US-Medien.
Darüber hinaus wird in der Beschreibung die Möglichkeit skizziert, auch den emotionalen Zustand des Brillenträgers zu analysieren - anhand der Pupillen. Mithilfe des Patents wäre Google beispielsweise in der Lage, die Wirkung von Werbung viel verlässlicher als bisher einzuschätzen. Wie bei Banner-Werbung im Internet, bei der pro Klick eines Nutzers ein bestimmter Betrag fällig wird, ließe sich auch andere Werbung anhand der tatsächlichen Reichweite berechnen. Denn Google könnte mit seiner Datenbrille nachvollziehen, welches Plakat oder welche Printanzeige der Brillenträger tatsächlich ansieht.
Ob der US-Konzern sein "Pay per gaze"-Verfahren aber überhaupt praktisch nutzen möchte und in welcher Form, ist bisher noch offen. "Wir haben Patente für eine Vielzahl von Ideen", sagte ein Sprecher gegenüber dem Werbemagazin "Ad Age". "Einige dieser Ideen finden sich später in echten Produkten oder Dienstleistungen, einige nicht." Das Patent "Pay per gaze" hatte Google bereits im Mai 2011 beantragt.
Neben Google haben inzwischen auch andere Unternehmen Patente zu Datenbrillen eingereicht. Microsoft etwa will eine Augmented-Reality-Brille produzieren. Kein Wunder, denn das Interesse an solchen Datenbrillen ist offenbar enorm. Einer repräsentativen Befragung des IT-Verbands Bitkom zufolge hat jeder fünfte Bundesbürger (20 Prozent) Interesse an einem solchen Gerät. Knapp sieben Prozent sind schon jetzt sicher, dass sie eine Datenbrille nutzen werden,  weitere 13 Prozent können es sich vorstellen.



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