Youtube und Sacem einigen sich bei Vergütung von Musikclips 04.04.2013, 11:21 Uhr

Vive la Musique

Youtube und die französische Verwertungsgesellschaft Sacem haben sich auf ein neues Abkommen verständigt, das die Vergütung für Musikvideos regelt. Der bisherige Vertrag war Ende Dezember vergangenen Jahres ausgelaufen. Die beiden Partner verkündeten außerdem einen Lizenzdeal mit Universal Music für die Digital-Verwertung in 127 Ländern.
Während sich hierzulande Youtube und die Gema, die deutsche Verwertungsgesellschaft für Musikrechte, immer noch vor den Gerichten streiten, ist Frankreich schon längst einen Schritt weiter. Dort konnten sich das Gema-Pendant Sacem und die Google-Tochter auf einen neuen Vertrag einigen, der die Vergütung von Musikclips auf der Videoplattform regelt. Das bisherige Abkommen war Ende Dezember ausgelaufen. Welchen Betrag Youtube pro Videoabruf dabei konkret an die französische Verwertungsgesellschaft überweisen muss, ist nicht bekannt. "Dieses Abkommen zeigt unsere Verpflichtung, die Sichtbarkeit von Kunstwerken und die Bezahlung unserer Mitglieder zu erhöhen", zitiert The Wall Street Journal Deutschland Sacem-Chef Jean-Noël Tronc. Mit dem Vertrag können die User Musik-Clips in 127 Ländern in Europa, Afrika, dem Mittleren Osten und Asien auf Youtube sehen.
Neben der beidseitigen Vereinbarung verkündeten Sacem und Youtube außerdem einen international gültigen Lizenzdeal mit Universal Music Publishing Group (UMPG). Dieser regelt die Nutzung des anglo-amerikanischen UMPG-Repertoires über die Videoplattform in den 127 Ländern. Auch nutzergenerierte Inhalte sollen damit abgedeckt sein.
In Deutschland hingegen hält der Dauerstreit Gema versus Youtube weiter an. Zuletzt hatte die Verwertungsgesellschaft bei der Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamts neue Verstöße bei tausenden Videos geltend gemacht. Das Grundproblem: Die Google-Tochter hält die Forderung der Gema von 0,38 Cent pro Abruf für zu hoch. Nach Angaben des Datendienstleister OpenDataCity sind wegen des Dauerstreits von den globalen Top-1.000-Youtube-Videos über 60 Prozent in Deutschland nicht abspielbar.



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