Kleine Kickbacks, große Wirkung

Das Vergütungsmodell

Nach der INTERNET WORLD Business vorliegenden Informationen besteht das Vergütungsmodell aus zwei Teilen: Zum einen wird prozentual nach Schaltvolumen, das in Display- und Video-Anzeigen fließt, rückvergütet. Zum anderen erhält die Agentur einen prozentualen "Kickback“. Dieser bemisst sich wiederum an der Anzahl ihrer Kunden, die Budget in Display- und Video-Anzeigen verschalten. Jenseits von Aspekten wie Conversion oder Art und Höhe der Vergütung muss Google generell im Displaybereich erst einmal seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen (s.u.). Selbes gilt auch für die vermarkteten Produkte:Nicht wenige Stimmen im Markt beurteilen beispielsweise Youtube als unattraktiv.
Und wie beurteilen die Media-Agenturen die monetäre Charmeoffensive? Schließlich hat der Suchmaschinenprimus die Agenturen schon einmal als verlängerten Vertriebsarm (aus)genutzt. "Nachdem die SEM-Spezialagenturen Google den Weg in den deutschen Markt bereitet hatten, distanzierte sich der Monopolist sukzessive von ihnen und begann erst Netzwerkagenturen und dann Kunden direkt anzusprechen“, erinnert sich Wolfgang Bscheid, Geschäftsführer von Mediascale. Dann wurden die Agenturprovisionen abgeschafft. Plant Google ein ähnliches Szenario bei der Displaywerbung? Bscheid: "Ebenso wie viele andere Agenturen, reagiert Mediascale auf das neue Rabattmodell zunächst mit Zurückhaltung.“ Wahrscheinlich sei aber, dass viele SEM-Spezialagenturen auf das Angebot eingehen würden oder müssten, "da sie sowohl auf Google als auch auf die neuen Umsätze über das Displaygeschäft angewiesen sind und wohl keine andere Möglichkeit haben“.
Sascha Jansen, Managing Director von Zed Digital, sieht nicht ganz so schwarz: „Agenturen erfüllen im Mediabusiness wichtige Funktionen.“ Dies wisse Google. Google geht es – und davon kann man bei börsennotierten Unternehmen immer ausgehen – um Shareholder Value. Dem ist man verpflichtet. Kurzfristig und langfristig.Hier ist Google nicht "evil“, aber niemand kann erwarten, dass sich Google wie ein gemeinnütziger Förderverein verhält.



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